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Berechnung vom Pflichtteil – Anwaltskanzlei Anke Knauf weiß Rat

Im Erbrecht kommt es immer wieder zu Unklarheiten oder auch Unstimmigkeiten, wenn es darum geht, unter erbberechtigten Verwandten eines Verstorbenen für faire Verhältnisse zu sorgen. Insbesondere, wenn der Erblasser erbberechtigte Verwandte in seinem letzten Willen gezielt enterbt hat, können Probleme auftreten. Die so enterbten Personen haben dann die Möglichkeit, auf den sogenannten Pflichtteil zu bestehen, einen Anteil der Erbmasse, der ihnen in jedem Fall zusteht. Der tatsächliche Wert des Pflichtteils richtet sich nach der Nachlasshöhe des Erblassers und danach, unter wie vielen erbberechtigten Personen das Erbe aufgeteilt werden muss. Die Berechnung des Pflichtteils erfolgt daher individuell, wobei unterschiedliche Faktoren berücksichtig werden müssen. Bei der Berechnung und allen Fragen zu dem Thema stehen wir Ihnen als Anwalt für Erbrecht gerne zur Seite.

Forderung und Berechnung vom Pflichtteil

Die Berechnung vom Pflichtteil ist nicht nur dann relevant, wenn Erben im Testament oder Erbvertrag bewusst übergangen bzw. enterbt wurden. Auch wenn den erbberechtigten Verwandten oder Ehepartnern bzw. eingetragenen Lebenspartnern ein zu geringer Teil hinterlassen wurde, können sie Anspruch auf den Pflichtteil erheben. Das steht zwar im Kontrast zum letzten Willen des Erblassers, wird aber gemäß § 2303 BGB entsprechend geregelt. Dieser Anteil fällt den jeweiligen Erben allerdings nicht automatisch zu. Die Forderung des Pflichtteils muss in einem solchen Fall offiziell eingeleitet werden, da eine automatische Auszahlung nicht erfolgt.

Pflichtteil – wer kann Anspruch erheben?

Liegt kein Testament oder Erbvertrag vor, ist die Erbfolge gesetzlich klar geregelt. Dabei wird zwischen verschiedenen Ordnungen unterschieden. So sind in der ersten Ordnung beispielsweise die Abkömmlinge des Erblassers die gesetzlichen Erben, in der zweiten Ordnung sind es die Eltern des Erblassers und – falls ein oder beide Elternteile selbst bereits verstorben sind – deren Abkömmlinge. In allen Fällen gilt: Verwandte können nur dann erben, wenn kein Verwandter einer vorhergehenden Ordnung vorhanden ist. Ehegatten bzw. eingetragene Lebenspartner werden ebenfalls als gesetzliche Erben berufen: Neben Verwandten der ersten Ordnung erben sie ein Viertel des Nachlasses, neben Verwandten anderer Ordnungen erben sie die Hälfte.

Wenn ein letzter Wille des Erblassers vorliegt, kann diese gesetzliche Erbfolge geändert werden. Hier stellt sich für die enterbten Familienmitglieder oft die Frage, ob sie dennoch Anspruch auf einen Pflichtteil erheben können. Nach § 2303 BGB besteht diese Option für die Verwandten, die in der gesetzlichen Erbfolge berücksichtigt sind. Sie können sich den Pflichtteil auszahlen lassen. Dieser muss dann individuell berechnet werden. Es gibt allerdings auch nahestehende Verwandte, die keine Möglichkeit haben, auf einen automatischen Erbanteil des Verstorbenen zu hoffen. Selbst dann, wenn sie im direkten Verwandtschaftsverhältnis zum Erblasser stehen.

Welche Angehörigen haben keinen Anspruch auf einen Pflichtteil?

Wie bei der gesetzlichen Erbfolge gilt der Anspruch auf einen Pflichtteil nur, solange keine Verwandten vorhergehender Ordnungen gibt. Sind also beispielsweile Abkömmlinge vorhanden, die den Nachlass erben, können Eltern keinen Pflichtteil mehr beanspruchen. So sind auch Brüder, Schwestern sowie Halbgeschwister und Tanten, Onkel oder Großeltern des Erblassers in der Regel nicht pflichtteilsberechtigt. Lediglich in wenigen Ausnahmefällen ist es etwa für Geschwister des Erblassers möglich, auf einen Teil des Erbes zu bestehen. Das ist dann der Fall, wenn bereits ein Elternteil oder sogar beide verstorben sind und keine erbberechtigten Verwandten wie Abkömmlinge oder Ehegatten vorhanden sind. Weiterhin hat der Erblasser aber die Möglichkeit, nicht pflichtteilsberechtigte Verwandte in seinem Testament zusätzlich zu berücksichtigen. So können auch Geschwister einen Erbteil erhalten.

Enterbung – Berechnung vom Pflichtteil erwirken

Die Berechnung vom Pflichtteil ist für Verwandte und Ehepartner bzw. Lebenspartner eines Verstorbenen relevant, die von diesem offiziell enterbt wurden. Die Gründe für die Enterbung über das Testament oder den Erbvertrag spielen keine Rolle. Denn ein Pflichtteil steht diesen Angehörigen in jedem Fall von Rechts wegen zu. Dieser Anspruch muss gegenüber dem Erben geltend gemacht werden. Diese müssen bei der Berechnung ihrer Erbmasse daher bedenken, dass auch enterbte Verwandte einen Anspruch auf einen Erbteil haben. Dadurch kann sich der Wert des tatsächlichen Erbteils verringern.

Höhe des Pflichtteils individuell berechnen

Wie viel man als Pflichtteil letztendlich ausgezahlt bekommt, hängt vom tatsächlichen Vermögen des Erblassers ab. Pflichtteilsberechtigte können sich nach dessen Ableben einen Überblick über den Umfang des Nachlasses sowie über Wertangaben anderer Erben verschaffen, um so ihren Pflichtteil exakt auszurechnen. Auch Schenkungen oder Verträge, über die andere Erben noch zu Lebzeiten des Erblassers profitiert haben, können die Berechnung des Pflichtteils beeinflussen. Daher ist es ratsam, eine Offenlegung der Finanzen der weiteren erbberechtigten Personen zu beantragen. Diese lässt sich zur Not auch über den Rechtsweg durchsetzen. Relevant ist aber in erster Linie die tatsächliche Erbmasse, die über die Nachlasshöhe entscheidet. Die Pflichtteilhöhe beläuft sich dabei auf 50 Prozent des gesetzlichen Erbteils.

Pflichtteilanspruch unterliegt einer Verjährungsfrist – Erbe rechtzeitig einfordern

Wie bereits erwähnt, muss der Pflichtteil offiziell angefordert werden, damit es zu einer Auszahlung kommt. Wer daher als erbberechtigter Verwandter nicht reagiert, geht oft leer aus. Das ist auf die Verjährungsfrist zurückzuführen, der der Pflichtteilsanspruch unterliegt. Diese Frist beläuft sich auf drei Jahre. Somit muss der Pflichtteil innerhalb von drei Jahren nach dem Ableben des Erblassers berechnet und eingefordert werden, damit der Anspruch nicht entfällt. Allerdings gibt es von Rechts wegen Ausnahmefälle. Zum Beispiel dann, wenn man erst zu einem späteren Zeitpunkt davon erfährt, dass der Erblasser verstorben ist. In dem Fall kann die Verjährungsfrist umgangen werden, da diese erst ab dem Zeitpunkt gilt, ab dem der Erbe von dem Tod des Verwandten und von seinem Anspruch in Kenntnis gesetzt wurde. Grundsätzlich gilt zudem, dass sämtliche erbrechtlichen Ansprüche nach spätestens 30 Jahren verjähren und nicht mehr durchgesetzt werden können.

Berechnung von Pflichtteil und Erbe durch den Rechtsanwalt für Erbrecht aus Leipzig

Wenn es um erbrechtliche Angelegenheiten geht, ist die Anwaltskanzlei Anke Knauf aus Leipzig für Sie der richtige Ansprechpartner. Auch bei der Berechnung vom Pflichtteil steht Ihnen der Rechtsanwalt für Erbrecht gerne zur Seite. Zusätzlich bieten die Experten aus der Kanzlei Ihnen in vielen weiteren Rechtsgebieten ihre Unterstützung an. Das schließt unter anderem viele Fragen zum Sorgerecht oder zum Thema Scheidung mit ein, wodurch ebenso das Familienrecht bei der Arbeit in der Kanzlei im Mittelpunkt steht. Vereinbaren Sie mit uns einfach direkt einen Termin, um Ihren individuellen Fall einschätzen zu können. Insbesondere in verfahrenen Situationen wie einer Enterbung sollten Sie nicht lange zögern und zeitnah einen Anwalt auf den Plan rufen.

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