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Das Opfer im Strafprozess

Die Beteiligung des in einer Straftat Geschädigten oder Verletzten sind regelmäßig Gegenstand von Diskussionen in Presse und Fernsehen, aber auch der Fachliteratur. Grund hierfür ist zum einen ein nachvollziehbares persönliches Interesse, das seinen Ursprung in ganz archaischen Tiefen der Rache und Vergeltung haben kann. Dessen Notwendigkeit ergibt sich aber aus dem Erfordernis, die Straftat selbst sowie die Rolle als Opfer und die Folgen für das künftige Leben zu verarbeiten und zu bewältigen.

Insofern kann man der Auffassung sein, dass Ihnen als Geschädigte oder Geschädigten von vornherein nicht das erforderliche Maß an Bedeutung und Rolle im Verfahren beigemessen wird. Die zentrale Figur des Strafverfahrens ist immer noch der Täter. Jedoch bietet Ihnen die Gesetzeslage eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich an einem Ermittlungsverfahren zu beteiligen und Einfluss auf dessen Verlauf und Ausgang zu nehmen.

INHALTSVERZEICHNIS

Neben dem Recht auf Einsicht in die Ermittlungsakte, was unter Umständen schon die grundlegende Voraussetzung darstellt, um mögliche zivilrechtliche Ansprüche zu verfolgen, stellt die Strafprozessordnung zwei wesentliche Instrumentarien bereit, mit denen Sie an einem Strafverfahren teilnehmen können.

Recht auf Nebenklage

Ist Anklage erhoben, besteht für das Opfer gravierender Straftaten bzw. deren Angehörige die Möglichkeit, sich im Wege der Nebenklage dem Verfahren anzuschließen.

Die Voraussetzungen hierfür sind in einem Tatbestandskatalog geregelt. Dazu zählen Straftaten gegen Leib und Leben, gegen die persönliche Freiheit sowie Sexualstraftaten.

Opfer und/oder Angehörige sind zunächst einmal im Ermittlungsverfahren und späterhin im Hauptverfahren vor Gericht „nur“ Zeuge.

Mit der Nebenklage können Sie in die formelle Position eines Prozessbeteiligten aufrücken. Nebenkläger werden ausgestattet mit sämtlichen Rechten, die Staatsanwalt und Verteidigung auch zustehen:

Darüber hinaus haben Sie das Recht auf Anwesenheit während der Hauptverhandlung. Da Sie jedoch Zeuge und damit nicht selten eines der wenigen Beweismittel zum Nachweis der verübten Straftat sind, empfiehlt es sich, dass Sie als Nebenkläger bis zu Ihrer eigenen Vernehmung der Verhandlung fernbleiben und sich durch einen Anwalt im Verfahren vertreten lassen.

Schon die Vorbereitung des Anschlusses mit der Nebenklage ist eine Sache, die kein Verletzter ohne Beistand in Angriff nehmen sollte. Für den Fall, dass die eigenen finanziellen Mittel hierfür nicht ausreichen, können Sie bei entsprechender Antragstellung auf Kosten der Staatskasse einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl wählen.

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Die Aussage des Opfers ist entscheidend

Bei gravierenden Straftaten kommt der Aussage des Opfers ganz grundlegende und in der überwiegenden Zahl der Fälle entscheidende Bedeutung zu. Dies ist insbesondere bei Taten in einer Zweipersonenkonstellation der Fall, wie zum Beispiel regelmäßige Misshandlungen oder Sexualstraftaten.

Um die Bedeutung der Opfer-Aussage wissen alle Beteiligten. Deshalb sollten Sie als Geschädigte oder Geschädigter um den Verlauf und die Bedeutung eines solchen Verfahrens und seiner Aussage umfassende Kenntnis haben. Die an einem solchen Verfahren professionell Beteiligten sind aus den Erfahrungen der Praxis im Umgang mit Vernehmungssituationen geschult. Sie kennen die Anforderungen, die an eine Aussage zu stellen sind, welche ihrerseits Grundlage für eine Verurteilung eines Angeklagten sein soll.

Dies können in aller Regel Sie als Opfer einer Straftat nicht wissen. Schon deswegen empfiehlt es sich von Beginn an, spätestens jedoch in Vorbereitung und in der Durchführung einer Hauptverhandlung, kompetente Unterstützung durch einen Rechtsanwalt einzuholen.

Die Vernehmungssituationen bei Polizei, Staatsanwaltschaft, und vor allem im Hauptverfahren, in dem das Opfer auf den Täter trifft, sind eine erhebliche seelische und körperliche Belastung. Auch deswegen ist es dringend erforderlich, dass Sie bestmöglich auf Ihre Aussage vorbereitet werden. Nicht selten ist bedauerlicherweise zu beobachten, dass Versäumnisse dazu führen, dass es weder Gericht noch Staatsanwaltschaft gelingt, vom Verletzten eine Aussage zu erlangen, die Grundlage für eine Verurteilung des Angeklagten sein kann.

Deshalb ist es wichtig, dass das Opfer einer Straftat gravierenden Ausmaßes nicht nur psychologisch, sondern auch juristisch begleitet wird. Für Letzteres ist grundsätzlich jeder Rechtsanwalt geeignet. Ein Anwalt, der ein Opfer juristisch betreut, wird von der Presse gern als Opferanwalt bezeichnet.

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Recht auf Schmerzensgeld

Mit der Beteiligung als Nebenkläger nehmen Sie als Opfer Einfluss auf den Ausgang eines Strafverfahrens und damit auf das Ob eines Schuldspruches und das Wie einer Bestrafung. Unberührt bleiben im Verfahren der Nebenklage jedoch die zivilrechtlichen Ansprüche auf Schadenersatz und Schmerzensgeld.

Recht auf Schadensersatz bietet das sogenannte Adhäsionsverfahren. Dabei handelt es sich nicht um ein gesondertes Verfahren. Den Antrag stellen Sie zugleich bei dem mit der Entscheidung über das Strafverfahren befassten Gericht, welches somit auch über eine Entscheidung über die vermögensrechtlichen Ansprüche verfügt. Faktisch ist damit der Strafrichter auch Zivilrichter.

Ein solcher Antrag kann mit oder ohne ein Nebenklage-Verfahren gestellt werden. Auch hierfür können Sie bei Bedürftigkeit Prozesskostenhilfe beantragen. Soweit der Angeklagte einen Verteidiger hat, haben Sie als Adhäsionskläger ebenfalls das Recht auf einen Anwalt.

Das Gericht kann von einer Entscheidung über die zivilrechtlichen Ansprüche des Verletzten nur absehen, wenn sich der Antrag unter Berücksichtigung der berechtigten Belange des Verletzten zur Erledigung im Strafverfahren nicht eignet. Hierauf soll das Gericht so früh wie möglich hinweisen, damit Sie als Opfer frühzeitig andere Möglichkeiten der Rechtswahrung nutzen können.

Voraussetzung für eine zusprechende Entscheidung im Adhäsionsverfahren ist die Verurteilung des Angeklagten. Kommt eine solche, aus welchen Gründen auch immer, nicht zustande, steht dem Verletzten noch immer der Rechtsweg zu den Zivilgerichten offen.

Auch in diesem Verfahren empfiehlt es sich, zumindest anwaltlichen Rat beispielsweise für die Bemessung etwaiger Schmerzensgeldansprüche einzuholen und sich im Weiteren auch im Verfahren durch einen Rechtsanwalt vertreten zu lassen



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