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Testament schreiben

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Testament schreiben: So geht es richtig

Grundsätzlich reichen ein Stift und ein Blatt Papier, um ein handschriftliches Testament zu verfassen. Ein Notar muss nicht zwingend hinzugezogen werden. Denn neben dem klassischen notariellen Testament erlaubt das Gesetz auch das Verfassen eines privatschriftlichen Testaments. Aber Vorsicht: Geraden Laien können beim Schreiben ihres letzten Willen Fehler unterlaufen. Um unerwünschte Ergebnisse und erbrechtliche Streitigkeiten zu vermeiden, müssen Sie einige wichtige Punkte beachten. Im Folgenden beschreiben wir Ihnen häufige Fehler und liefern wichtige Informationen, wie Sie diese vermeiden können.

Häufige Fehler beim Schreiben Ihres Testaments

Generell gilt: Um Missverständnisse gänzlich auszuschließen, sollten Sie beim Aufsetzten Ihres Testaments einen Anwalt oder Notar zurate ziehen. Die kompetenten Rechtsanwälte der Anwaltskanzlei Anke Knauf beraten Sie gerne ausführlichen zu juristischen Fragestellungen. Kontaktieren Sie uns dazu einfach per Telefon oder Email. Auf dieser Seite finden die darüber hinaus einige grundlegende Tipps zur Orientierung.

Formalia beachten beim Testament schreiben

Die wichtigste Regel beim Aufsetzen eines handschriftlichen Testaments ist, dass dieses komplett schriftlich vom Erblasser selbst geschrieben und unterzeichnet werden muss. Das Testament muss vom ersten bis zum letzten Wort mit der Hand geschrieben werden – kein Computer, keine Schreibmaschine. Eine Unterschrift unter einem ausgedruckten Text reicht nicht aus, denn nur bei einem vollständig handschriftlich verfassten Testament, kann später die Echtheit nachgewiesen werden. Allerdings können Sie Ihrem Testament eine ausgedruckte Leseabschrift beifügen.

Der nächste Schritt ist die Aufbewahrung des Testaments. Theoretisch können Sie Ihren letzten Willen zu Hause aufbewahren. Allerdings ist das sehr unsicher. Wenn Sie sich trotzdem für diese Variante entscheiden, sollten Sie unbedingt daran denken, Ihren Angehörigen zu sagen, wo sie das Testament finden. Als Hinterbliebener ist es empfehlenswert, auf der Suche nach einem handschriftlichen Testament einen Blick in Schreibtisch, Bankschließfach und Tresor des Verstorbenen werfen. Generell ist es ratsam, das Testament beim zuständigen Amtsgericht zu hinterlegen. Dafür fällt zwar einmalig eine Gebühr von 75 Euro an, sowie 18 Euro für die Registrierung im Zentralen Testamentsregister. Sie können das Testament auch dem Haupterben oder einer anderen Person zur Aufbewahrung geben. Dabei müssen Sie der Person vertrauen können. Schließlich hätte sie die Möglichkeit, das Testament zu unterschlagen.

Richtig schreiben: Elemente des Testaments

Bei einem privatschriftlich verfassten Testament sollten folgende Elemente auf keinen Fall fehlen:

  • Ort und Datum
  • eindeutige Überschrift wie „Testament“ oder „Letzter Wille“
  • eindeutige Angaben zu den Erben und deren Erbschaft
  • Unterschrift mit Vor- und Familienname

Die Unterschrift schließt das Testament ab. Deshalb muss sie unter dem letzten Satz des Testaments stehen. Falls Sie im Nachhinein noch Änderungen vornehmen wollen, müssen Sie eine erneute Unterschrift darunter setzten. Eventueller Text unter Ihrer Unterschrift wird nicht mehr berücksichtigt. Auf keinen Fall sollten Sie auf das Datum verzichten. Denn gültig ist die Fassung Ihres letzten Willens, die eindeutig die Aktuellste ist.

Pflichtteil Erbe

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Der Pflichtteil beim Erbe: Rechte hat auch, wer enterbt wurde

In jeder Familie gibt es Streit. Manche Auseinandersetzungen führen allerdings dazu, dass Eltern ihre Kinder enterben wollen. „Du bist enterbt“ sagt sich leicht im Zorn, in der Realität ist es jedoch nicht leicht umzusetzen. Denn auch, wer enterbt wurde, hat ein Anrecht darauf, den Pflichtteil zu erben, selbst wenn kein Kontakt mehr besteht. Außerdem muss die Enterbung im Testament oder Erbvertrag niedergeschrieben werden, zum Beispiel mit der Formulierung „Mein Ehegatte und meine Kinder sollen mich nicht beerben“. Üblicher ist es jedoch, dass Eltern ihre Kinder mit einem sogenannten Berliner Testament enterben. Dabei wird der länger lebende Ehepartner zunächst als Alleinerbe eingesetzt. Grundsätzlich ist jeder Mensch frei in seiner Entscheidung, wen er als Erben einsetzt und wen er enterbt. Niemand muss sich an die gesetzliche Erbfolge halten. Trotzdem gehen die erbberechtigten Familienmitglieder meist nicht leer aus. Nach §2303 BGB steht nahen Angehörigen ein Pflichtteil zu.

Wer hat ein Anrecht auf den Pflichtteil beim Erbe?

Einen Pflichtteilsanspruch haben zum einen die leiblichen und adoptierten Kinder des Erblassers. Falls diese sogenannten Abkömmlinge nicht mehr leben, erben deren Kinder. Darüber hinaus sieht das Erbrecht einen Pflichtteil für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner vor. Bei kinderlosen Ehepaaren können laut Gesetz die Eltern einen Pflichtteil gelten machen. Ein Pflichtteil für Geschwister und Großeltern gibt es nicht.

Wie hoch ist der Pflichtteil der Erben?

Der Pflichtteil einer Erbschaft macht die Hälfte des gesetzlichen Erbteils aus. Um diesen Betrag zu ermitteln, muss zunächst der Wert des Nachlasses bestimmt werden. Nach Abzug der Nachlassverbindlichkeiten und der Kosten für die Beerdigung wird der Verkehrswert des gesamten Erbes bestimmt. Der Gesamtbetrag wird dann zwischen den Erbberechtigten geteilt. Falls der Erblasser beispielsweise von drei Kindern eines enterbt hat, hat dieses einen Pflichtteilsanspruch auf ein Sechstel des Erbes, da es sonst gedrittelt werden müsste. Um die Quote zu ermitteln, nach der der Nachlass aufgeteilt wird, müssen alle erbberechtigten Verwandten berücksichtigt werden. Das schließt auch Verwandte ein, die nach §2310 BGB von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen sind. Einbezogen werden deshalb auch Angehörige, die das Erbe ausgeschlagen haben und Verwandte, die enterbt oder erbunwürdig sind. Unberücksichtigt bleiben damit lediglich potentielle Erben, die gemäß §2346 BGB vertraglich gegenüber dem Erblasser auf ihr Erbe verzichtet haben. Ist jemand enterbt, so fällt dessen Anteil demjenigen zu, der geerbt hätte, falls der Enterbte im Zeitpunkt des Erbfalls nicht gelebt hätte.

Wie sichert man sich den Pflichtteil des Erbes?

Um seinen Teil des Nachlasses einzufordern, muss der enterbte Angehörige seine Ansprüche gegenüber den Erben geltend machen. Das Nachlassgericht spricht den Pflichtteil nicht automatisch zu. Pflichtteilsansprüche müssen innerhalb von drei Jahren ab dem Zeitpunkt, an dem man von der Enterbung erfahren hat, angemeldet werden. Wenn Sie Ihre Rechte nicht rechtzeitig einfordern, verjähren sie.

Sind Sie enterbt worden oder möchten Sie jemanden enterben? Oder haben Sie weitere Fragen zu Angelegenheiten des Erbrechts? Wenden Sie sich unbedingt an einen Rechtsanwalt, der sich auf Erbrecht spezialisiert hat. So können Sie sichergehen, dass Sie richtig vorgehen und das Erbe erhalten, das Ihnen zusteht. Kontaktieren Sie und noch heute. Unser Team berät Sie gerne!

Erbengemeinschaft

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Erbengemeinschaft

Die sogenannte Erbengemeinschaft ist ein Zusammenschluss mehrerer erbberechtigter Personen, die aufgrund der gesetzlichen Erbfolge oder durch das Testament eines Verstorbenen Anrecht auf einen Teil des Erbes erheben dürfen. Zu diesem Zusammenschluss kommt es im Erbrecht recht häufig, wobei die Erbengemeinschaft dabei helfen soll, Hab und Gut des Erblassers zu verwalten und schließlich auseinanderzusetzen. Das Ganze gestaltet sich in der Praxis aber oft schwieriger als gedacht, denn als Miterbe innerhalb dieser Gemeinschaft ist man an bestimmte Verpflichtungen gebunden und kann nicht alleine über den eigenen Erbanteil bestimmen. Das führt häufig zu Streitigkeiten unter den Erben, was eine Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft verhindern oder zumindest verzögern kann. Ein Anwalt wie der Experte für Familienrecht und Erbrecht Rechtsanwalt Knauf aus Leipzig kann hier Abhilfe schaffen.

Erbengemeinschaft: Was ist das?

Wenn nur eine Person das gesamte Vermächtnis des Erblassers erbt, gilt diese als Alleinerbe. Oft ist es aber so, dass mehrere Personen erbberechtigt sind. Das ist etwa dann der Fall, wenn sowohl der Ehepartner als auch ein Kind bzw. mehrere Kinder noch leben oder wenn weitere Personen in einem Testament bedacht wurden. In diesen Fällen bilden alle Miterben gemeinschaftlich die Erbengemeinschaft. Dabei ist zu beachten, dass die einzelnen Miterben nicht einen Bruchteil des Gesamterbes erwerben, sondern gemeinsam mit allen weiteren Erben am ungeteilten Nachlass berechtigt sind. Diese Gemeinschaft bleibt so lange bestehen, bis der Nachlass vollständig auseinandergesetzt ist.

Wer kann zu einer Erbengemeinschaft gehören?

Wenn kein Testament vorliegt, bestimmt das Erbrecht, wer erbberechtigt ist und wer nicht. Zunächst einmal stehen demnach dem Ehepartner und leiblichen sowie adoptierten Kindern ein Erbanteil zu. Falls der Erblasser weder Ehepartner noch Kinder hatte bzw. diese bereits verstorben sind, treten weitere Verwandte wie Eltern, Enkelkinder oder gar Geschwister als erbberechtigte Personen an deren Stelle. Darüber hinaus hat der Erblasser die Möglichkeit, in einem Testament genau festzulegen, wer neben den pflichtteilsberechtigten Personen ebenfalls als Erbe eingesetzt werden soll. So können beispielsweise auch Lebenspartner ohne Trauschein oder Stiefkinder, die nicht adoptiert wurden, berücksichtigt werden. Jeder, der einen Teil der Erbmasse erhält, zählt dann zu der Erbengemeinschaft.

Erbengemeinschaft auseinandersetzen und Erbe aufteilen

Eine Erbengemeinschaft wird durch die sogenannte Auseinandersetzung beendet. Das heißt, dass das Erbe erfolgreich unter den einzelnen Miterben aufgeteilt wird und jede Person eigens über ihren Anteil verfügen kann. In der Regel wird diese Auseinandersetzung durch die Erben selbst oder gegebenenfalls durch deren Rechtsbeistände geregelt. Zudem hat jeder Miterbe grundsätzlich das Recht, eine sofortige Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft zu verlangen. Dafür müssen keine triftigen rechtlichen Gründe vorliegen.

Die Auseinandersetzung wird üblicherweise über einen entsprechenden Vertrag zwischen den Miterben geregelt. Eher selten kommt das Nachlassgericht zum Einsatz, um die Angelegenheit zu klären und das Erbe abzuschließen. Wie schnell oder wie effektiv eine Auseinandersetzung des Nachlasses erfolgt, hängt daher stark von den Miterben und deren Kooperationsbereitschaft ab. So ist es möglich, manche Erbengemeinschaften sehr schnell aufzulösen, während andere lange bestehen bleiben oder aus individuellen Gründen bestehen bleiben müssen. Ob das notwendig ist, hängt von der jeweiligen Sachlage ab. Aus diesem Grund spielt auch die Verwaltung des Erbes eine wichtige Rolle, während die Gemeinschaft besteht.

Wer verwaltet das Erbe bis zur Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft?

Das Erbe wird bis zur Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft durch alle Miterben gemeinsam verwaltet. Dabei sind alle einzelnen Erben an bestimmte Rechte, aber auch Verpflichtungen gebunden. So ist etwa jeder einzelne Miterbe dazu verpflichtet, sich an einer ordnungsgemäßen Verwaltung des gemeinsamen Erbes zu beteiligen. Tut er dies nicht, kann er im Ernstfall sogar schadensrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.

Das Verwaltungshandeln wird vom Gesetzgeber in diese drei Bereiche unterteilt:

  • Außerordentliche Verwaltung (Maßnahmen im Hinblick auf die wirtschaftliche Bedeutung für das Gesamterbe)
  • Ordnungsgemäße Verwaltung (Maßnahmen, die dem Interesse aller Miterben und dem Nachlass dienen)
  • Notwendige Verwaltung (Not-Maßnahmen, die erforderlich sind, um das Gesamterbe zu schützen)

Wichtig: Solange die Erbengemeinschaft nicht ausgesetzt wurde, wird das Erbe gemeinsam von allen Miterben verwaltet. Einzelne Erben können nur über ihren eigenen Gesamtteil verfügen, nicht aber über einzelne Nachlassgegenstände, die dem Erben nur anteilig zustehen.

Rechte und Pflichten einzelner Erben innerhalb der Gemeinschaft

Grundsätzlich ist es wichtig, dass Sie als Mitglied einer Erbengemeinschaft Ihre Optionen ebenso wie Ihre Verpflichtungen kennen, denen Sie nachkommen müssen, solange die Gemeinschaft besteht. Erfüllen Sie diese Anforderungen nicht, so kann das – wie bereits zuvor erwähnt – mit rechtlichen Konsequenzen verbunden sein. Als Teil der Erbengemeinschaft müssen Sie sich zusätzlich darüber im Klaren sein, dass Sie erst dann vollständig und uneingeschränkt über Ihren Erbanteil verfügen können, wenn die Gemeinschaft auseinandergesetzt wurde.

Streit unter Miterben verhindern und Rechtsanwalt konsultieren

Die Erbengemeinschaft ist ein notwendiges „Übel“, mit dem sich Erben immer dann auseinandersetzen, wenn der Erblasser mehr als nur einen gesetzlichen Erben hat oder womöglich in seinem Testament weitere Familienmitglieder oder auch Freunde und andere Personen berücksichtigt hat. Wenn unterschiedliche Persönlichkeiten mit ebenso unterschiedlichen Interessen und Forderungen aufeinandertreffen, ist es nicht unüblich, dass es schnell zu Streitsituationen und Konflikten kommt. Das ist einer der Gründe, warum die schnelle Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft häufig nicht gelingt. In dem Fall macht es daher durchaus Sinn, zum Beispiel einen Rechtsanwalt für Erbrecht zu konsultieren, um sich auf die Unterstützung durch den Experten zu verlassen. Die Anwaltskanzlei Anke Knauf steht Ihnen in Leipzig für eine Beratung zu diesem Thema zur Verfügung.

Rechtsanwalt für Erbrecht in Leipzig – Anwaltskanzlei Anke Knauf unterstützt Sie bei Rechtsfragen

Sie benötigen Hilfe als Miterbe einer Erbengemeinschaft oder wünschen sich eine kompetente Rechtsberatung bei weiteren Konflikten oder Problemsituationen? Die Anwaltskanzlei Anke Knauf in Leipzig ist auf verschiedene Rechtsbereiche spezialisiert, darunter das Erbrecht. Erfahrene Rechtsanwälte stehen Ihnen zur Seite, um Sie zu den verschiedensten erbrechtlichen Themen beraten und Sie außergerichtlich oder auch vor Gericht zu vertreten. Gerne können Sie einen Termin in unserer Kanzlei vereinbaren, um mit uns in einem persönlichen Gespräch Ihr Anliegen näher zu erläutern. Eine diskrete und sehr professionelle Rechtsberatung ist Ihnen in unserer Kanzlei in jedem Fall sicher.

Erbrecht bei Stiefkindern

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Wie ist das Erbrecht bei Stiefkindern?

Bei erbrechtlichen Streitigkeiten kann es mit dem Familienfrieden schnell vorbei sein. Ist ein nahestehender Verwandter verstorben und hinterlässt Geld oder vergleichbares Vermögen, so fragen sich viele Verwandte, ob sie zu den erbberechtigten Familienmitgliedern zählen. Das sind jene Verwandte, denen laut Erbrecht in jedem Fall ein Teil des Erbes – der sogenannte Pflichtteil – zusteht. Auch dann, wenn Sie im Testament des Verstorbenen enterbt wurden. Das Erbrecht dient außerdem immer dann als Grundlage für die Aufteilung des Erbes, wenn der Verstorbene kein Testament hinterlassen hat. Viele zeigen sich dann überrascht, dass selbst nahestehende Verwandte wie beispielsweise Geschwister nicht automatisch einen Anspruch auf einen Teil des Erbes erheben können. Und wie ist das Erbrecht bei Stiefkindern oder Enkeln sowie Neffen und Nichten? Haben diese ebenfalls Anspruch auf einen Erbanteil?

Wie ist das Erbrecht bei Stiefkindern – Rechtsanwalt Knauf aus Leipzig bei Fragen konsultieren

Sind Sie sich womöglich unsicher, ob Sie als Stiefkind eines Verstorbenen zu den erbberechtigten Verwandten zählen, so kann Ihnen ein klärendes Gespräch mit einem Rechtsanwalt für Erbrecht erste Aufklärung verschaffen. Die Rechtsanwaltskanzlei aus Leipzig Anke Knauf eignet sich dafür ideal, da wir uns bereits seit vielen Jahren mit erbrechtlichen Konflikten befassen und Mandanten diesbezüglich beraten und unterstützen. Auch beim Erben sorgen wir daher für Ihr gutes Recht und helfen Ihnen dabei, Familienkonflikte zu umgehen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Wenn Sie sich also zum Beispiel fragen, wie das Erbrecht bei Stiefkindern ist, vereinbaren Sie einen Beratungstermin: Wir können Ihnen diese Frage beantworten.

Kompliziertes Erbrecht – nicht jedes Familienmitglied erhält einen Pflichtteil

Das Erbrecht klärt recht übersichtlich, welche Angehörigen dem Gesetz nach immer einen anteiligen Anspruch auf das Erbe des Erblassers erheben können. Die Erbfolge klärt zusätzlich, wie das Vermögen des Erblassers unter den Erben verteilt werden muss. Insbesondere Kinder und Ehepartner sind grundsätzlich immer erbberechtigt. Anders verhält es sich hingegen, wenn zum Beispiel Brüder oder Schwestern auf einen Anteil des Erbes hoffen. Denn Geschwister zählen nicht automatisch zu den erbberechtigten Verwandten. Auch bei Stiefkindern, Nichten, Neffen und Enkelkindern gelten gesonderte Regelungen. Aber wie genau ist das Erbrecht bei Stiefkindern und weiteren Verwandten?

Wie ist das Erbrecht bei Stiefkindern und unehelichen Kindern?

In sogenannten Patchwork-Familien wird das Erbrecht spätestens dann ein Thema, wenn ein Elternteil stirbt und die leiblichen Kinder sowie die Stiefkinder des Erblassers Anspruch auf einen Anteil erheben. Hier zeigt sich, dass die leiblichen Kinder auf ihren üblichen Pflichtteil beharren können, während Stiefkinder keinen Anspruch auf einen Teil des Erbes haben. Zumindest nicht, wenn der Verstorbene sie nicht explizit im Testament bedacht oder vor dem Tod adoptiert hat. Nur so erhalten Stiefkinder das Anrecht auf einen Teil des Erbes.

Uneheliche Kinder hingegen sind stets gleichgestellt mit Kindern des Erblassers, die innerhalb einer Ehe geboren wurden. Hier wird somit im Hinblick auf das Erbe nicht zwischen ehelichen und unehelichen Kindern unterschieden, weshalb jeder Abkömmling des Erblassers als gleichgestellter Erbe gilt. Das gilt ebenso für adoptierte Kinder, die mit den leiblichen Kindern des Erblassers bezüglich der Erbfolge identische Rechte genießen.

Erbrecht beim Enkel: Was steht den Enkelkindern zu?

Auch Enkelkinder können erbberechtigt sein, wenn bestimmte familiäre Konstellationen vorliegen, die sie in der Erbfolge begünstigen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn das Kind des Erblassers bereits verstorben ist. So wird dessen Erbanteil automatisch auf dessen Kinder – also die Enkel des Erblassers – übertragen und anteilig zwischen ihnen aufgeteilt. Das gilt übrigens ebenso für Urenkel. Falls sowohl die Kinder als auch die Enkel des Erblassers bereits verstorben sind, wird der gesetzliche Erbanteil automatisch den Urenkeln anteilig übertragen. Der Erbanteil der Enkel berechnet sich in diesen Fällen jedoch nur aus den Anteilen, die die bereits verstorbenen Kinder des Erblassers erhalten hätten, nicht aus der gesamten Erbmasse des Verstorbenen.

Erbrecht bei Neffe und Nichte: Sind auch diese Familienmitglieder im Erbrecht berücksichtigt?

Neffen und Nichten – also die Kinder der Geschwister des Erblassers – gelten grundsätzlich nicht als erbberechtigte Familienmitglieder und können nur dann einen Anteil der Erbmasse erhalten, wenn sie explizit im Testament erwähnt wurden oder besondere Umstände vorliegen, die ihren Erbanspruch stützen. Das ist unter anderem dann der Fall, wenn der Erblasser keine noch lebenden Kinder oder Elternteile sowie Ehegatten hat. Auch die Elternteile der Nichten und Neffen – also Bruder oder Schwester des Erblassers – müssen bereits verstorben sein, damit dieser Erbanspruch tatsächlich in Kraft treten kann. Nichten und Neffen sind daher in der gesetzlichen Erbfolge zwar bedacht, allerdings müssen nahezu sämtliche anderen nahestanden Verwandten bereits verstorben sein, damit ihnen ein Erbanteil tatsächlich zusteht.

Testament oder Erbvertrag schafft Abhilfe bei erbrechtlichen Konflikten

Wer innerhalb der Familie für Aufklärung im Hinblick auf das Erbe sorgen will, macht sich am besten noch zu Lebzeiten Gedanken über einen Erbvertrag oder ein Testament. Dieser letzte Wille ist die beste Lösung, um für eine individuelle Aufteilung des eigenen Vermögens zu sorgen. Auch nicht erbberechtigte Personen können auf diese Art bedacht werden und man stellt sicher, dass Gelder oder Wertsachen fair unter den Liebsten verteilt werden. Zudem können Familienkonflikte dadurch im Keim erstickt werden. Unsere Rechtsanwälte in der Anwaltskanzlei Anke Knauf stehen Ihnen gerne zur Verfügung, wenn Sie einen solchen Erbvertrag oder ein Testament aufsetzen und hinterlegen möchten.

Wie ist das Erbrecht bei Stiefkindern und weiteren Familienangehörigen – der Rechtsanwalt weiß Rat

Sollten innerhalb Ihrer Familie Unklarheiten bei erbrechtlichen Fragen bestehen, dürfen Sie nicht lange zögern. Suchen Sie gleich einen Rechtsanwalt auf, der sich in diesem Rechtsbereich spezialisiert hat. Die Anwaltskanzlei Anke Knauf aus Leipzig bietet sich hier als Ihr erfahrener Ansprechpartner an. Unsere Mitarbeiter sind Experten im Familienrecht und können Ihnen zugleich bei Fragen zum Erbrecht oder beispielsweise auch im arbeitsrechtlichen Bereich weiterhelfen. Die Erfahrung zeigt, dass das rasche Konsultieren eines Rechtsanwalts besonders bei Streitfragen – wie der Frage nach dem Erbrecht bei Stiefkindern – größere familiäre Konflikte verhindern oder zumindest reduzieren kann. Gerne helfen wir Ihnen daher dabei, den Familienfrieden zu wahren. Wir beraten Sie außergerichtlich und vertreten Sie im Fall eines möglichen Rechtsstreits ebenso vor Gericht. Vereinbaren Sie einfach einen Termin für ein erstes Beratungsgespräch in unserer Kanzlei!

Berechnung des Pflichtteils

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Berechnung vom Pflichtteil – Anwaltskanzlei Anke Knauf weiß Rat

Im Erbrecht kommt es immer wieder zu Unklarheiten oder auch Unstimmigkeiten, wenn es darum geht, unter erbberechtigten Verwandten eines Verstorbenen für faire Verhältnisse zu sorgen. Insbesondere, wenn der Erblasser erbberechtigte Verwandte in seinem letzten Willen gezielt enterbt hat, können Probleme auftreten. Die so enterbten Personen haben dann die Möglichkeit, auf den sogenannten Pflichtteil zu bestehen, einen Anteil der Erbmasse, der ihnen in jedem Fall zusteht. Der tatsächliche Wert des Pflichtteils richtet sich nach der Nachlasshöhe des Erblassers und danach, unter wie vielen erbberechtigten Personen das Erbe aufgeteilt werden muss. Die Berechnung des Pflichtteils erfolgt daher individuell, wobei unterschiedliche Faktoren berücksichtig werden müssen. Bei der Berechnung und allen Fragen zu dem Thema stehen wir Ihnen als Anwalt für Erbrecht gerne zur Seite.

Forderung und Berechnung vom Pflichtteil

Die Berechnung vom Pflichtteil ist nicht nur dann relevant, wenn Erben im Testament oder Erbvertrag bewusst übergangen bzw. enterbt wurden. Auch wenn den erbberechtigten Verwandten oder Ehepartnern bzw. eingetragenen Lebenspartnern ein zu geringer Teil hinterlassen wurde, können sie Anspruch auf den Pflichtteil erheben. Das steht zwar im Kontrast zum letzten Willen des Erblassers, wird aber gemäß § 2303 BGB entsprechend geregelt. Dieser Anteil fällt den jeweiligen Erben allerdings nicht automatisch zu. Die Forderung des Pflichtteils muss in einem solchen Fall offiziell eingeleitet werden, da eine automatische Auszahlung nicht erfolgt.

Pflichtteil – wer kann Anspruch erheben?

Liegt kein Testament oder Erbvertrag vor, ist die Erbfolge gesetzlich klar geregelt. Dabei wird zwischen verschiedenen Ordnungen unterschieden. So sind in der ersten Ordnung beispielsweise die Abkömmlinge des Erblassers die gesetzlichen Erben, in der zweiten Ordnung sind es die Eltern des Erblassers und – falls ein oder beide Elternteile selbst bereits verstorben sind – deren Abkömmlinge. In allen Fällen gilt: Verwandte können nur dann erben, wenn kein Verwandter einer vorhergehenden Ordnung vorhanden ist. Ehegatten bzw. eingetragene Lebenspartner werden ebenfalls als gesetzliche Erben berufen: Neben Verwandten der ersten Ordnung erben sie ein Viertel des Nachlasses, neben Verwandten anderer Ordnungen erben sie die Hälfte.

Wenn ein letzter Wille des Erblassers vorliegt, kann diese gesetzliche Erbfolge geändert werden. Hier stellt sich für die enterbten Familienmitglieder oft die Frage, ob sie dennoch Anspruch auf einen Pflichtteil erheben können. Nach § 2303 BGB besteht diese Option für die Verwandten, die in der gesetzlichen Erbfolge berücksichtigt sind. Sie können sich den Pflichtteil auszahlen lassen. Dieser muss dann individuell berechnet werden. Es gibt allerdings auch nahestehende Verwandte, die keine Möglichkeit haben, auf einen automatischen Erbanteil des Verstorbenen zu hoffen. Selbst dann, wenn sie im direkten Verwandtschaftsverhältnis zum Erblasser stehen.

Welche Angehörigen haben keinen Anspruch auf einen Pflichtteil?

Wie bei der gesetzlichen Erbfolge gilt der Anspruch auf einen Pflichtteil nur, solange keine Verwandten vorhergehender Ordnungen gibt. Sind also beispielsweile Abkömmlinge vorhanden, die den Nachlass erben, können Eltern keinen Pflichtteil mehr beanspruchen. So sind auch Brüder, Schwestern sowie Halbgeschwister und Tanten, Onkel oder Großeltern des Erblassers in der Regel nicht pflichtteilsberechtigt. Lediglich in wenigen Ausnahmefällen ist es etwa für Geschwister des Erblassers möglich, auf einen Teil des Erbes zu bestehen. Das ist dann der Fall, wenn bereits ein Elternteil oder sogar beide verstorben sind und keine erbberechtigten Verwandten wie Abkömmlinge oder Ehegatten vorhanden sind. Weiterhin hat der Erblasser aber die Möglichkeit, nicht pflichtteilsberechtigte Verwandte in seinem Testament zusätzlich zu berücksichtigen. So können auch Geschwister einen Erbteil erhalten.

Enterbung – Berechnung vom Pflichtteil erwirken

Die Berechnung vom Pflichtteil ist für Verwandte und Ehepartner bzw. Lebenspartner eines Verstorbenen relevant, die von diesem offiziell enterbt wurden. Die Gründe für die Enterbung über das Testament oder den Erbvertrag spielen keine Rolle. Denn ein Pflichtteil steht diesen Angehörigen in jedem Fall von Rechts wegen zu. Dieser Anspruch muss gegenüber dem Erben geltend gemacht werden. Diese müssen bei der Berechnung ihrer Erbmasse daher bedenken, dass auch enterbte Verwandte einen Anspruch auf einen Erbteil haben. Dadurch kann sich der Wert des tatsächlichen Erbteils verringern.

Höhe des Pflichtteils individuell berechnen

Wie viel man als Pflichtteil letztendlich ausgezahlt bekommt, hängt vom tatsächlichen Vermögen des Erblassers ab. Pflichtteilsberechtigte können sich nach dessen Ableben einen Überblick über den Umfang des Nachlasses sowie über Wertangaben anderer Erben verschaffen, um so ihren Pflichtteil exakt auszurechnen. Auch Schenkungen oder Verträge, über die andere Erben noch zu Lebzeiten des Erblassers profitiert haben, können die Berechnung des Pflichtteils beeinflussen. Daher ist es ratsam, eine Offenlegung der Finanzen der weiteren erbberechtigten Personen zu beantragen. Diese lässt sich zur Not auch über den Rechtsweg durchsetzen. Relevant ist aber in erster Linie die tatsächliche Erbmasse, die über die Nachlasshöhe entscheidet. Die Pflichtteilhöhe beläuft sich dabei auf 50 Prozent des gesetzlichen Erbteils.

Pflichtteilanspruch unterliegt einer Verjährungsfrist – Erbe rechtzeitig einfordern

Wie bereits erwähnt, muss der Pflichtteil offiziell angefordert werden, damit es zu einer Auszahlung kommt. Wer daher als erbberechtigter Verwandter nicht reagiert, geht oft leer aus. Das ist auf die Verjährungsfrist zurückzuführen, der der Pflichtteilsanspruch unterliegt. Diese Frist beläuft sich auf drei Jahre. Somit muss der Pflichtteil innerhalb von drei Jahren nach dem Ableben des Erblassers berechnet und eingefordert werden, damit der Anspruch nicht entfällt. Allerdings gibt es von Rechts wegen Ausnahmefälle. Zum Beispiel dann, wenn man erst zu einem späteren Zeitpunkt davon erfährt, dass der Erblasser verstorben ist. In dem Fall kann die Verjährungsfrist umgangen werden, da diese erst ab dem Zeitpunkt gilt, ab dem der Erbe von dem Tod des Verwandten und von seinem Anspruch in Kenntnis gesetzt wurde. Grundsätzlich gilt zudem, dass sämtliche erbrechtlichen Ansprüche nach spätestens 30 Jahren verjähren und nicht mehr durchgesetzt werden können.

Berechnung von Pflichtteil und Erbe durch den Rechtsanwalt für Erbrecht aus Leipzig

Wenn es um erbrechtliche Angelegenheiten geht, ist die Anwaltskanzlei Anke Knauf aus Leipzig für Sie der richtige Ansprechpartner. Auch bei der Berechnung vom Pflichtteil steht Ihnen der Rechtsanwalt für Erbrecht gerne zur Seite. Zusätzlich bieten die Experten aus der Kanzlei Ihnen in vielen weiteren Rechtsgebieten ihre Unterstützung an. Das schließt unter anderem viele Fragen zum Sorgerecht oder zum Thema Scheidung mit ein, wodurch ebenso das Familienrecht bei der Arbeit in der Kanzlei im Mittelpunkt steht. Vereinbaren Sie mit uns einfach direkt einen Termin, um Ihren individuellen Fall einschätzen zu können. Insbesondere in verfahrenen Situationen wie einer Enterbung sollten Sie nicht lange zögern und zeitnah einen Anwalt auf den Plan rufen.

Testament

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Testament verfassen: Worauf Sie achten sollten

Eine schwierige Entscheidung im Leben ist die Organisation des Nachlasses. Denn bei Fragen des Erbrechts stehen wichtige Dinge auf dem Spiel: die Absicherung des Partners und der Kinder, die Weitergabe materiellen und immateriellen Vermögens und nicht zuletzt der Familienfrieden. Das lässt es äußert ratsam werden, die Erbfolge sorgfältig zu Lebenszeiten in einem Testament festzulegen. Um sicherzustellen, dass ihr letzter Wille richtig ausgeführt werden kann, gibt es allerdings einige Punkte zu beachten. Sie möchten wissen, wie Sie auf korrekte Art und Weise ihr Testament verfassen? Die wichtigsten Informationen haben unsere qualifizierten Rechtsanwälte in unserer Anwaltskanzlei im Folgenden für Sie zusammengefasst.

Testament verfassen – handschriftlich: So geht’s

Das handschriftliche Testament ist in Deutschland neben dem notariellen Testament die beliebteste Form, seinen letzten Willen zu verfassen. Die Möglichkeit, per Hand sein Testament zu schreiben, steht jedem volljährigen geistig gesunden Menschen offen. Die wichtigste Regel dabei: Das Testament muss grundsätzlich vom Anfang bis zum letzten Buchstaben eigenhändig geschrieben und unterschrieben sein. Möchten Sie also selbstständig Ihr Testament verfassen, haben demnach nicht vor, Ihren letzten Willen von einem Notar aufsetzen und unterschreiben zu lassen? Dann ist es nicht möglich, ein Muster mit Computer oder Schreibmaschine zu erstellen und dieses lediglich zu unterschreiben. Denn die Urheberschaft des Erblassers muss eindeutig nachweisbar sein. Eine kleine Abweichung bezüglich der Eigenhändigkeit des Erblassers ist das gemeinschaftliche Testament bei Eheleuten. Hierbei wird der Text gemeinsam verfasst, indem einer der Partner den letzten Willen handschriftlich niederlegt und unterschreibt.
Der zweite Ehepartner muss lediglich hinzufügen, dass er mit den Anordnungen einverstanden ist und unterzeichnet zum Schluss das Schriftstück ebenfalls. Beachten Sie außerdem, dass das Testament klar unddeutlich formuliert sein muss, sodass keine Missverständnisse entstehen können. Schließlich liegt es in Ihrem Interesse, dass es exakt nach Ihrem Willen ausgeführt werden kann.

Testament aufsetzen: die Kosten gemäß Gebührenordnung

Um Missverständnisse beim Aufsetzen eines Testaments zu vermeiden, kann es ratsam sein, einen Notar oder Anwalt zu konsultieren. Dies verursacht Kosten in Form von Gebühren für den juristischen Beistand. Es lohnt sich sicherlich, juristisch fundierten Rat bei dem Verfassen seines Testaments einzubeziehen, wenn man bedenkt, dass Erbstreitigkeiten vor Gericht sehr teurer sind und zudem den Familienfrieden zerstören. Anwälte und Notare verlangen festgelegte Gebühren nach der so genannten Gebührenordnung. Die Kosten für ein notariell erstelltes Testament richten sich nach ebenfalls festen Vorgaben und sind abhängig vom Wert des Erbes zum Zeitpunkt der Testamentserfassung: Je größer das zu vererbende Vermögen, desto höher werden die Kosten des Notars für das Testament sein. Nachdem Sie dem Notar Ihren letzten Willen vorgetragen haben, kann er Ihnen die Kosten für dieses Testament nennen.

Testament nach dem Verfassen richtig und sicher hinterlegen

Im Zuge der allgemein gültigen Testierfreiheit ist es jedem selbst überlassen, auch über seinen Tod hinaus über sein Hab und Gut zu verfügen. Das heißt, es ist Ihr gutes Recht zu bestimmen, wer Ihr Vermögen und Ihre Immobilien erben soll. Da dies jedoch nicht immer im Sinne der Hinterbliebenen ist, fürchten manche Erblasser, dass Ihr Testament unterschlagen werden könnte. Um sicherzugehen, dass die Verfügung von Todes wegen im Erbfall nicht nur gefunden, sondern auch eingesetzt wird, ist die öffentliche Hinterlegung des Testaments die beste Möglichkeit. Während ein öffentliches Testament stets amtlich aufbewahrt wird, findet eine solche Hinterlegung bei einem eigenhändigen Testament nicht automatisch statt. Solche Erblasser, die Ihre letztwillige Verfügung amtlich verwahren lassen möchten, sollten sich zunächst informieren, welches Nachlassgericht in ihrem Fall zuständig ist. Das Nachlassgericht ist eine separate Abteilung des Amtsgerichts. Zuständig ist das Gericht, in dessen Einzugsgebiet der Erblasser zuletzt gemeldet war.

Testament verfassen und erbrechtliche Auseinandersetzungen verhindern

Wie bereits kurz angedeutet, kann das Testament als Absicherung gegen familienrechtliche Streitigkeiten gelten kann. Liegt nämlich kein eindeutiges Testament vor, so kommt es nicht selten zu Konflikten zwischen erbberechtigten Parteien wie Ehegatten, Kindern oder weiteren Verwandten. Ein Erblasser, der ein rechtlich eindeutiges Testament verfassen und hinterlegen lässt, sorgt hingegen dafür, dass es erst gar nicht so weit kommt und bewirkt zur gleichen Zeit, dass das das eigene Vermögen auf genau die Art und Weise aufgeteilt wird, wie er es sich selbst zu Lebzeiten gewünscht hat.

Individuelle Wünsche der Nachlassverteilung im letzten Willen festlegen

Ein Testament ist darüber hinaus besonders dann hilfreich, wenn man beim Aufsetzen besondere Regelungen durchsetzen möchte, die im eigenen Interesse sind. Auch unangenehme, von der üblichen Vorgehensweise abweichende Themen wie zum Beispiel die Enterbung von Kindern oder Ehegatten können hier zum Tragen kommen und sind ein häufiger Grund, warum über das Verfassen eines solchen Dokuments in besonderem Maße nachgedacht wird. Welche Optionen einem rechtlich dabei offenstehen, kann mit einem Rechtsanwalt oder Notar im Rahmen einer Beratung zum Testament näher beleuchtet werden. Dies kann auch dann hilfreich sein, wenn man individuelle Erben bestimmen möchte, mit denen man nicht verwandt ist, oder wenn man mit seinem Vermögen gezielt Organisationen oder Vereine unterstützen will.

Zweckmäßigkeit und Kosten für das Testament abwägen

Wie bereits zuvor erwähnt, ist es nicht zwangsläufig nötig, einen Notar hinzuziehen, wenn Sie ein Testament verfassen und aufsetzen möchten. Wer hier richtig vorgeht, kann es auch ohne Rechtsbeistand zu Papier bringen und auf seine Rechtsgültigkeit vertrauen. Insbesondere, wenn es um ein größeres Vermögen geht, macht es jedoch Sinn, es von Experten verfassen und beglaubigen zu lassen, um mögliche Konflikte zwischen den erbberechtigten Parteien zu umgehen. Zudem sorgt man hier für Absicherung dagegen, dass der letzte Wille womöglich aufgrund von Formfehlern verworfen wird und keine Beachtung findet. Es gilt daher abzuwägen, ob es sich nicht doch rentiert, einen Anwalt bzw. Notar beim Testament Aufsetzen und Hinterlegen zu Rate zu ziehen.

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Testament verfassen mit der Hilfe eines Rechtsbeistands

Unsere Rechtsanwaltskanzlei in Leipzig hilft Ihnen gerne weiter, wenn Sie Fragen in Bezug auf das Testament oder auch hinsichtlich der Gebührenordnung für ein Testament haben. Die letztwillige Verfügung ist ein Vermächtnis und ermöglicht es Ihnen, selbst im Todesfall, die volle Kontrolle über Ihr Vermögen zu bewahren und etwas Bleibendes ganz in Ihrem eigenen Sinne zu hinterlassen. Es gibt somit viele Gründe, sich beraten zu lassen, wenn ein Testament verfassen möchten. Wenden Sie sich an unsere Kanzlei für familienrechtliche Angelegenheiten – wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Erbschein

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Beantragung des Erbscheins: So beweisen Sie ihre Erbenstellung

Nach dem Tod eines nahen Angehörigen müssen die Hinterbliebenen nicht nur ihre Trauer bewältigen, sie müssen sich meist auch um den Nachlass kümmern. Die Erbenfolge ist den Verwandten und sonstigen Erbberechtigten meist bekannt, allerdings wollen Bank und Behörden oft einen entsprechenden Nachweis sehen. Hier kommt der Erbschein ins Spiel. Er dient als Nachweis darüber, wer Erbe ist und wie groß sein Erbanteil ist. Für die Erstellung von Erbscheinen nach § 2353 BGB ist das Nachlassgericht zuständig. Das bedeutet, Sie müssen sich grundsätzlich in Angelegenheiten des Erbrechts an das Amtsgericht am letzten Wohnsitz des Verstorbenen wenden. Eine Ausnahme bildet dabei Baden-Württemberg: Hier sind die staatlichen Notariate als Nachlassgerichte für die Erstellung von Erbscheinen zuständig. Der Erbschein ist keine Voraussetzung dafür, das Erbe zu erhalten, sondern dient im Rechtverkehr als Beweis für das Erbe. Deshalb wird ein Erbschein erforderlich, wenn der Erbe sich als solcher ausweisen muss, um über den Nachlass zu verfügen. Oft kommt der Erbe an einzelne Nachlassgegenstände nicht heran, solange er keinen Erbschein vorweisen kann. Möchten Sie einen Erbschein beantragen? Beachten Sie unbedingt, dass Sie mit dem Erbscheinantrag die Erbschaft annehmen, die eventuell auch Schulden beinhaltet. Sie können das Erbe dann nicht mehr ausschlagen.

So beantragen Sie einen Erbschein

Das Nachlassgericht erstellt einen Erbschein nur, wenn Sie ihn als Erben beantragen. Ein solcher Antrag kann nicht von Pflichtteilsberechtigten oder Vermächtnisnehmern gestellt werden. Sie können den Antrag beim zuständigen Amtsgericht schriftlich einreichen, oder dort mündlich erklären. Bei letzterem Verfahren wird nach §25 FamFG ein Protokoll erstellt. Alternativ können Sie sich an einen Notar wenden, der alle nötigen Schritte veranlasst, oder sich von fachkundigen Rechtsanwälten zum Prozedere beraten lassen. Beim Antrag auf einen Erbschein gilt das Prinzip: Grundsätzlich ist jeder Erbe antragsberechtigt. Das bedeutet, wenn mehrere Personen erben, muss kein gemeinsamer Antrag gestellt werden. Allerdings muss Ihr Antrag die Erben korrekt nennen – egal, ob sie aufgrund von gesetzlicher Erbfolge oder durch ein Testament oder Erbvertrag Erben werden. Darüber hinaus ist anzugeben, in welchem Verhältnis sie zueinander erben.

Erbschein beantragen: So beweisen Sie die Erbenfolge

Falls der Verstorbene kein Testament erstellt hat, müssen Sie als Erbe Dokumente vorlegen, aus denen sich Ihre Stellung als Erbe ergibt:

  • Als Ehemann oder Ehefrau des Verstorbenen ist die Heiratsurkunde erforderlich.
  • Als Kind des Verstorbenen müssen sie Ihre Geburtsurkunde vorlegen.
  • Sind die Kinder bereits verstorben, sodass das Erbe an die Enkelkinder geht, sind deren Sterbeurkunden sowie die Geburtsurkunden der Enkelkinder als Nachweis des Erbrechts notwendig.
  • Erben die Eltern, weil der Erblasser keine Kinder hinterlässt, so ist seine Geburtsurkunde dem Nachlassgericht vorzulegen. Sind in diesem Fall die Eltern bereits verstorben, erben die Geschwister. Das macht das Vorlegen der Sterbeurkunden der Eltern und der Geburtsurkunden der Geschwister erforderlich.

In unkomplizierten Fällen reicht es, allein die Unterlagen im Original oder in beglaubigter Abschrift vorzulegen. Das Nachlassgericht überprüft dann die Angaben, auf denen der Antragssteller sein Erbrecht zu stützen versucht. Hat der Verstorbene ein Testament erstellt, so prüft das Gericht dessen formelle Gültigkeit. Der Antragssteller muss vor dem zuständigen Nachlassgericht meist versichern, dass ihm nichts bekannt sei, was der Richtigkeit seiner Angaben entgegensteht. Zudem müssen Sie sich als Antragssteller mit Personalausweis oder Reisepass ausweisen können.

Überblick über das Erbrecht

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Das Erbrecht: Definition, Inhalt und Regelungen

Früher oder später stellt sich für jeden oder fast jeden Menschen die Frage nach dem Umgang mit dem Nachlass eines Familienangehörigen oder einer anderen nahestehenden Person bzw. nach der Regelung des eigenen Nachlasses.

Das deutsche Erbrecht ist geregelt im Bürgerlichen Gesetzbuch und stellt eine der interessantesten, aber auch schwierigsten, in jedem Fall aber eine der wirtschaftlich bedeutendsten Rechtsmaterialien dar. Jährlich werden in Deutschland Milliarden von Euro vererbt.

Erben heißt die (universelle) Rechtsnachfolge eines Verstorbenen antreten. Das bedeutet: Der Erbe tritt in sämtliche vom Erblasser innegehaltenen Rechtspositionen (Verträge etc.) ein. Ausgenommen sind lediglich solche Rechtsverhältnisse, die höchstpersönlicher Natur sind (zum Beispiel die Ehe).

Die Entscheidung darüber, wer Erbe wird, trifft entweder der Erblasser (also denjenigen, der etwas vererbt) selbst, oder das Gesetz. Die Möglichkeiten, seine Rechtsnachfolge zu bestimmen, bestehen heute im Wesentlichen darin, ein Testament zu errichten oder einen Erbvertrag zu schließen. Letzteres ist ein Rechtsgeschäft unter Lebenden, in denen sich der Erblasser bereits zu Lebzeiten verpflichtet, seinen Nachlass einer bestimmten Person zu vermachen. In der täglichen Praxis spielt der Erbvertrag gegenüber dem Testament eine nachgeordnete Rolle. Deswegen soll in diesem Beitrag auch weniger zum Erbvertrag ausgeführt werden.

Die gesetzliche Erbfolge nach dem deutschen Erbrecht

Hat der Erblasser keinen eigenen Willen über seine Rechtsnachfolge gefasst oder geäußert, tritt die sogenannte gesetzliche Erbfolge ein. Diese regelt den Anfall der Erbschaft nach sogenannten Ordnungen.

Die Erben erster Ordnung sind die Abkömmlinge des Erblassers, also dessen Kinder und Kindeskinder. Die Erben zweiter Ordnung sind die Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge. In dieser Ordnung kommen also die Geschwister und deren Kinder zum Zuge. Die Erben dritter Ordnung sind die Großeltern des Erblassers und wiederum deren Abkömmlinge. Die Erben höherer Ordnung (zweiter usw.) sind erst dann als Erben berufen, wenn keine Erben früherer Ordnung vorhanden sind (oder diese ausgeschlagen haben). Innerhalb einer Ordnung wird nach dem sog. Stammprinzip vererbt, d.h. Ältere schließen jüngere aus. Die Enkelkinder des Erblassers treten erst dann in Erscheinung, wenn deren Elternteil, der vom Erblasser abstammt, aufgrund Vorversterbens oder Ausschlagung nicht Erbe wird.

Neben diesen Erben erster usw. Ordnung gibt es immer das gesetzliche Erbrecht des Ehegatten. Dieses beträgt neben den Erben erster Ordnung ein Viertel. Leben die Ehegatten im Zeitpunkt des Erbfalles (Zeitpunkt des Versterbens) im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft, so erhöht sich der Erbteil des überlebenden Ehegatten automatisch und pauschal um ein weiteres Viertel. Der Ehegatte erbt also neben den Erben erster Ordnung zu ein halb.

Neben den Erben zweiter Ordnung erbt der Ehegatte zur Hälfte, im Falle des gesetzlichen Güterstands der Zugewinngemeinschaft also zu Dreiviertel.

Erben mehrere Personen, gleichviel mit welcher Quote am Nachlass beteiligt, bilden sie eine Erbengemeinschaft. Das bedeutet, dass über zum Nachlass gehörende Gegenstände nur gemeinschaftlich, d.h. mit Zustimmung aller verfügt werden kann. In Ausnahmesituationen kann ein Erbe auch allein für die Erbengemeinschaft handeln.

Die gewillkürte Erbfolge

Testament

Möchte der Erblasser die Rechtsnachfolge nach seinem Tode selbst regeln, wird er hierfür in aller Regel ein Testament errichten. Jeder Erblasser ist in der Entscheidung darüber, wer sein Erbe werden soll, grundsätzlich frei. Einschränkungen dieser sogenannten Testierfreiheit ergeben sich lediglich unter dem Aspekt des Pflichtteilsrechtes (dazu später mehr).

Ein Testament ist im Idealfall die Aussage des Erblassers, wer sein Erbe werden soll. Sollen mehrere Personen Erben werden, empfiehlt es sich, diese mit entsprechenden Quoten oder Prozentzahlen einzusetzen. Hinterlässt der Erblasser ein Schriftstück, mit dem einzelnen Personen bestimmte Nachlassgegenstände zugewendet werden sollen und enthält dieses Testament keine ausdrückliche Erbeinsetzung, so ist der Wert der im einzelnen zugewendeten Gegenstände darüber entscheidend, wer Rechtsnachfolger und damit Erbe des Erblassers werden soll.

Ein Testament ist entweder handschriftlich vom Erblasser selbst zu errichten oder notariell zu beurkunden. Die notarielle Beurkundung hat den Vorteil, dass der Notar den Testierenden zuvor nach seinen Wünschen und Vorstellungen in der Regelung der Rechtsnachfolge befragen und dementsprechend auch rechtlich beraten kann. Eine solche Beratung kann jedoch auch von jedem Rechtsanwalt vorgenommen werden. In unserer Praxis halten wir es so, dass wir ein nach den individuellen Wünschen des späteren Erblassers zu errichtendes Testament entwerfen und dieses sodann vom Testator selbst geschrieben wird.
Werden im Testament Personen, die an sich gesetzliche Erben wären, nicht bedacht, sondern als Erben andere Personen bestimmt, liegt eine sog. Enterbung vor.

Handelt es sich bei diesen gesetzlichen Erben um die Abkömmlinge des Erblassers (Kinder und Kindeskinder), so sind diese pflichtteilsberechtigt.

Nottestament

Es kann vorkommen, dass der Erblasser keine Möglichkeit hat, um sein Testament wie oben beschrieben aufzusetzen. Dies kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn sein Ableben unmittelbar bevorsteht und in der ihm verbleibenden Zeit kein Notar mehr aufgesucht oder hinzugezogen werden kann.

Befindet sich der Erblasser an einem Ort, der aus gesetzlichen Gründen abgesperrt oder dergestalt unzugänglich ist, dass ein Notar zur Beglaubigung nicht hinzugezogen werden kann, ist die Errichtung eines regulären Testaments ebenfalls nicht möglich.

Trifft einer dieser Fälle zu, kann entweder vor dem örtlichen Bürgermeister oder vor drei Zeugen ein so genanntes Nottestament errichtet/aufgesetzt werden. Dies muss schriftlich festgehalten werden. Auf hoher See ist die Errichtung eines Nottestamentes ebenfalls zulässig, wenn diese an Bord eines deutschen Schiffes erfolgt.
Nottestamente haben eine Gültigkeitsdauer von drei Monaten, ausgehend von dem Beginn ihrer Errichtung. Voraussetzung ist dabei, dass der Erblasser noch lebt.

Erbvertrag

Will man die Regelung seines Nachlasses bereits abschließend und für alle Beteiligten verbindlich zu Lebzeiten regeln, empfiehlt es sich einen Erbvertrag zu schließen. Ein solcher ist notariell zu beurkunden und kann von jedermann errichtet werden.

Hierdurch ist es möglich, nicht nur die erbrechtlichen Ansprüche selbst, sondern auch korrespondierende Ansprüche, zum Beispiel den Pflichtteil, zu regeln.

In einem Erbvertrag kann all das enthalten und geregelt sein, was auch Gegenstand eines entsprechenden Testamentes sein könnte.

Der Erblasser (im Falle eines Erbvertrags „Vertragserblasser“ genannt) bindet sich auf gewisse Weise an seine Vertragserben. Wenn der Erblasser nämlich zu seinem Lebzeiten Teile seines Vermögens oder Besitzes an dritte Parteien verschenkt, können diese nach seinem Ableben von den Vertragserben zurückverlangt werden.

Erbrecht und Testament

Der Pflichtteil

Der Pflichtteil ist ein Kompensationsanspruch, die dem Erblasser verwandtschaftlich nahestehenden, aber nicht Erbe gewordenen Personen (siehe Testament, Enterbung) zusteht.

Es handelt sich hierbei um einen Anspruch in Geld (in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteiles). Der Anspruch richtet sich gegen die Erben.

Damit der Pflichtteilsberechtigte die Höhe seines Anspruches beziffern kann, hat er gegen den oder die Erben einen Auskunftsanspruch über die Höhe und die Zusammensetzung des Nachlasses. Der Erbe schuldet nicht nur Auskunft, sondern im Zweifel auch Wertermittlung. Dies ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn zum Nachlass Grundstücke gehören, die nicht in relativer zeitlicher Nähe zum Erbfall veräußert werden. Ist dies der Fall, so gilt der Wert des Erlöses auch als Wert im Zeitpunkt des Erbfalles. In allen anderen Fällen wird man um eine Begutachtung des Grundstückes kaum umhin kommen. Die Kosten der Wertermittlung fallen wiederum dem Nachlass zur Last und sind bei der Berechnung des Pflichtteils entsprechend zu berücksichtigen.

Bei der Berechnung des Pflichtteils sind laut Erbrecht die Schulden des Erblassers und die Erbfallkosten zu berücksichtigen. Letztere fallen insbesondere mit der Beerdigung und diese begleitenden Kostenpositionen an.

Hat der Pflichtteilsberechtigte Zweifel daran, dass der Erbe vollständig und richtig Auskunft erteilt hat, so besteht die Möglichkeit, dass der Erbe seine Auskunft an Eides statt versichert. Liegt danach eine falsche oder fehlerhafte Auskunft vor und war dies dem Erben bekannt, so hat dieser sich strafbar gemacht.

Laut dem Erbrecht verjährt der Pflichtteilsanspruch innerhalb von drei Jahren. Die Verjährung beginnt mit Ablauf des Jahres, in dem der Erbfall eintritt und der Pflichtteilsberechtigte von der Entstehung seines Anspruches Kenntnis erlangt.

Ausschlagung

Wer als Erbe berufen ist (aufgrund gesetzlicher Erbfolge oder Testament) aber nicht Erbe werden möchte, hat die Möglichkeit, die Erbschaft auszuschlagen. Hierfür besteht eine Frist von sechs Wochen, die mit der Kenntnis vom Erbfall und dem Anfall der Erbschaft zu laufen beginnt. Die Ausschlagung kann entweder bei jedem Notar oder in der Geschäftsstelle des Nachlassgerichtes erklärt werden.

Nach Ablauf der sechs Wochen Frist gilt die Erbschaft automatisch als angenommen.

Anfechtung

Nicht selten kommt es vor, dass der Erbe innerhalb dieser sechs Wochen sich noch keine Übersicht über den Umfang und die Zusammensetzung des Nachlasses verschaffen kann. Möglich ist auch, dass sich Gläubiger des Erblassers erst lange nach dem Erbfall beim Erben melden.

In diesen Fällen hat der Erbe laut Erbrecht die Möglichkeit, entweder seine Haftung auf den Nachlass zu beschränken oder die aufgrund des Verstreichenlassens der Ausschlagungsfrist erfolgte Annahme anzufechten. Auch für die Anfechtung besteht eine Frist von sechs Wochen ab Kenntnis der die Anfechtung begründenden Tatsachen, hier also die Überschuldung des Nachlasses.

Erbschein

Steht die Annahme der Erbschaft fest, kann es in bestimmten Fällen erforderlich sein, einen Erbschein zu beantragen. Hierdurch wird die Erbenstellung für den Rechtsverkehr verbindlich ausgewiesen. Allerdings ist zu bemerken, dass ein Erbschein niemanden zum Erben macht, der es nach der objektiven Sachlage gar nicht ist.

Beispiel: Das Amtsgericht erlässt einen Erbschein auf der Grundlage der gesetzlichen Erbfolge, und erst später taucht ein Testament auf, wonach der Erblasser eine ganz andere Erbfolge bestimmt hat. In diesem Falle ist das Testament maßgeblich und der Erbschein als fehlerhaft einzuziehen.

Das Erfordernis eines Erbscheines ist immer dann gegeben, wenn Umtragungen im Grundbuch vorgenommen werden sollen, die Rechtsnachfolge in mehreren aufeinander aufbauenden Erbfällen oder die Erbenstellung gegenüber Behörden oder Banken nachgewiesen werden muss. Bei Banken ist hierbei häufig aber auch die Vorlage des Testamentes (in beglaubigter Kopie) – soweit vorhanden – ausreichend.

Die Beantragung des Erbscheines erfolgt beim Amtsgericht, Nachlassabteilung, oder durch notarielle Beurkundung.

Hinterlegung

Nach Errichtung des Testamentes stellt sich häufig die Frage: Wohin damit? Die sorgfältige Aufbewahrung ist wichtig, um das Auffinden zu ermöglichen und dem Erblasserwillen zur Geltung zu verhelfen.

Hierfür kann es laut Erbrecht schon ausreichend sein, seinen Angehörigen oder denjenigen über das Testament zu unterrichten, der darin bedacht ist. Falls man das nicht möchte, auf ein „zufälliges“ Auffinden aber nicht vertrauen will, besteht die Möglichkeit, das Testament beim Nachlassgericht zu hinterlegen.

Das hat wenigstens zwei Vorteile. Zum einen kann das Testament praktisch nicht verloren gehen und zum anderen wird es automatisch („von Amts wegen“) bei Bekanntwerden des Sterbefalles eröffnet, d.h. die betroffenen Personen informiert. Dies ist möglich, weil das Geburtsstandesamt, das alle personenstandsrechtlich relevanten Vorfälle („Von der Wiege bis zur Bahre…“) registriert, eine automatische Mitteilung über den Todesfall an das Hinterlegungsgericht gibt.

Erbschaftssteuer

Der Erhalt eines Erbes (und auch von Schenkungen) ist steuerpflichtig. Die jeweiligen Erwerber werden in drei Steuerklassen eingeteilt.

  • In Steuerklasse I finden sich der Ehegatte und Lebenspartner, die Kinder und Enkelkinder sowie die Eltern und Vorfahren der Eltern, (juristisch auch Voreltern genannt).
  • In Steuerklasse II finden sich die Geschwister des Erblassers sowie deren Abkömmlinge ersten Grades, also Nichten und Neffen, die Stiefeltern, Schwiegerkinder und Schwiegereltern.
  • Alle anderen Erwerber gehören in die Steuerklasse III.

Nach dem Grad der Verwandtschaft gestaffelt genießen die Erwerber Freibeträge in unterschiedlicher Höhe. Das bedeutet, dass diese Beträge nicht versteuert werden müssen.

  • Die Ehegatten und Lebenspartner können aktuell einen Freibetrag von 500.000 € geltend machen.
  • Kinder genießen Freibeträge in Höhe von 400.000 €.
  • Enkelkinder haben noch 200.000 €, die übrigen Personen der Steuerklasse I 100.000 €.
  • Personen der Steuerklassen II und III können derzeit einen Freibetrag von 20.000 € geltend machen.

Die Steuergesetze, mit denen der Erwerb zu versteuern ist, sind gestaffelt von 7 % bis 50 %. Hierbei gibt es eine Abstufung sowohl in den Steuerklassen als auch nach dem Wert des Erwerbs. Beispiel: Ein Erwerb bis 75.000 € wird in der Steuerklasse I mit 7 %, in der Steuerklasse II mit 15 % und in Steuerklasse III mit 30 % versteuert.

Anwaltliche Beratung

Die Konsultation eines Rechtsanwalts (im Rahmen einer Rechtsberatung) kann für manche Aspekte des Erbrechts hilfreich sein. Rat und Tat erhalten sie zum Beispiel in folgenden Fragen:

  • Errichtung des Testaments
  • Abklärung der Erbrechte bei gesetzlicher Erbfolge
  • Geltendmachung erbrechtlicher Ansprüche
  • Ansprüchen aus Pflichterbteilen
  • Auseinandersetzungen von Erbgemeinschaften

Die Rechtsmaterie ist in vielerlei Hinsicht kompliziert. Auch die rechtliche Beurteilung ist oft abhängig von Sachverhaltsvarianten und -gestaltungen, die der Laie unmöglich (er-)kennen kann. Um zu vermeiden, fehlerhafte Schritte zu veranlassen, oder wertvolle Ansprüche liegen zu lassen“ empfiehlt sich eine fachkundige Beratung.

Erbrecht bei Stiefkindern

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Wie ist das Erbrecht bei Stiefkindern?

Bei erbrechtlichen Streitigkeiten kann es mit dem Familienfrieden schnell vorbei sein. Ist ein nahestehender Verwandter verstorben und hinterlässt Geld oder vergleichbares Vermögen, so fragen sich viele Verwandte, ob sie zu den erbberechtigten Familienmitgliedern zählen. Das sind jene Verwandte, denen laut Erbrecht in jedem Fall ein Teil des Erbes – der sogenannte Pflichtteil – zusteht. Auch dann, wenn Sie im Testament des Verstorbenen enterbt wurden. Das Erbrecht dient außerdem immer dann als Grundlage für die Aufteilung des Erbes, wenn der Verstorbene kein Testament hinterlassen hat. Viele zeigen sich dann überrascht, dass selbst nahestehende Verwandte wie beispielsweise Geschwister nicht automatisch einen Anspruch auf einen Teil des Erbes erheben können. Und wie ist das Erbrecht bei Stiefkindern oder Enkeln sowie Neffen und Nichten? Haben diese ebenfalls Anspruch auf einen Erbanteil?

Wie ist das Erbrecht bei Stiefkindern – Rechtsanwalt Knauf aus Leipzig bei Fragen konsultieren

Sind Sie sich womöglich unsicher, ob Sie als Stiefkind eines Verstorbenen zu den erbberechtigten Verwandten zählen, so kann Ihnen ein klärendes Gespräch mit einem Rechtsanwalt für Erbrecht erste Aufklärung verschaffen. Die Rechtsanwaltskanzlei aus Leipzig Anke Knauf eignet sich dafür ideal, da wir uns bereits seit vielen Jahren mit erbrechtlichen Konflikten befassen und Mandanten diesbezüglich beraten und unterstützen. Auch beim Erben sorgen wir daher für Ihr gutes Recht und helfen Ihnen dabei, Familienkonflikte zu umgehen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Wenn Sie sich also zum Beispiel fragen, wie das Erbrecht bei Stiefkindern ist, vereinbaren Sie einen Beratungstermin: Wir können Ihnen diese Frage beantworten.

Kompliziertes Erbrecht – nicht jedes Familienmitglied erhält einen Pflichtteil

Das Erbrecht klärt recht übersichtlich, welche Angehörigen dem Gesetz nach immer einen anteiligen Anspruch auf das Erbe des Erblassers erheben können. Die Erbfolge klärt zusätzlich, wie das Vermögen des Erblassers unter den Erben verteilt werden muss. Insbesondere Kinder und Ehepartner sind grundsätzlich immer erbberechtigt. Anders verhält es sich hingegen, wenn zum Beispiel Brüder oder Schwestern auf einen Anteil des Erbes hoffen. Denn Geschwister zählen nicht automatisch zu den erbberechtigten Verwandten. Auch bei Stiefkindern, Nichten, Neffen und Enkelkindern gelten gesonderte Regelungen. Aber wie genau ist das Erbrecht bei Stiefkindern und weiteren Verwandten?

Wie ist das Erbrecht bei Stiefkindern und unehelichen Kindern?

In sogenannten Patchwork-Familien wird das Erbrecht spätestens dann ein Thema, wenn ein Elternteil stirbt und die leiblichen Kinder sowie die Stiefkinder des Erblassers Anspruch auf einen Anteil erheben. Hier zeigt sich, dass die leiblichen Kinder auf ihren üblichen Pflichtteil beharren können, während Stiefkinder keinen Anspruch auf einen Teil des Erbes haben. Zumindest nicht, wenn der Verstorbene sie nicht explizit im Testament bedacht oder vor dem Tod adoptiert hat. Nur so erhalten Stiefkinder das Anrecht auf einen Teil des Erbes.

Uneheliche Kinder hingegen sind stets gleichgestellt mit Kindern des Erblassers, die innerhalb einer Ehe geboren wurden. Hier wird somit im Hinblick auf das Erbe nicht zwischen ehelichen und unehelichen Kindern unterschieden, weshalb jeder Abkömmling des Erblassers als gleichgestellter Erbe gilt. Das gilt ebenso für adoptierte Kinder, die mit den leiblichen Kindern des Erblassers bezüglich der Erbfolge identische Rechte genießen.

Erbrecht beim Enkel: Was steht den Enkelkindern zu?

Auch Enkelkinder können erbberechtigt sein, wenn bestimmte familiäre Konstellationen vorliegen, die sie in der Erbfolge begünstigen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn das Kind des Erblassers bereits verstorben ist. So wird dessen Erbanteil automatisch auf dessen Kinder – also die Enkel des Erblassers – übertragen und anteilig zwischen ihnen aufgeteilt. Das gilt übrigens ebenso für Urenkel. Falls sowohl die Kinder als auch die Enkel des Erblassers bereits verstorben sind, wird der gesetzliche Erbanteil automatisch den Urenkeln anteilig übertragen. Der Erbanteil der Enkel berechnet sich in diesen Fällen jedoch nur aus den Anteilen, die die bereits verstorbenen Kinder des Erblassers erhalten hätten, nicht aus der gesamten Erbmasse des Verstorbenen.

Erbrecht bei Neffe und Nichte: Sind auch diese Familienmitglieder im Erbrecht berücksichtigt?

Neffen und Nichten – also die Kinder der Geschwister des Erblassers – gelten grundsätzlich nicht als erbberechtigte Familienmitglieder und können nur dann einen Anteil der Erbmasse erhalten, wenn sie explizit im Testament erwähnt wurden oder besondere Umstände vorliegen, die ihren Erbanspruch stützen. Das ist unter anderem dann der Fall, wenn der Erblasser keine noch lebenden Kinder oder Elternteile sowie Ehegatten hat. Auch die Elternteile der Nichten und Neffen – also Bruder oder Schwester des Erblassers – müssen bereits verstorben sein, damit dieser Erbanspruch tatsächlich in Kraft treten kann. Nichten und Neffen sind daher in der gesetzlichen Erbfolge zwar bedacht, allerdings müssen nahezu sämtliche anderen nahestanden Verwandten bereits verstorben sein, damit ihnen ein Erbanteil tatsächlich zusteht.

Testament oder Erbvertrag schafft Abhilfe bei erbrechtlichen Konflikten

Wer innerhalb der Familie für Aufklärung im Hinblick auf das Erbe sorgen will, macht sich am besten noch zu Lebzeiten Gedanken über einen Erbvertrag oder ein Testament. Dieser letzte Wille ist die beste Lösung, um für eine individuelle Aufteilung des eigenen Vermögens zu sorgen. Auch nicht erbberechtigte Personen können auf diese Art bedacht werden und man stellt sicher, dass Gelder oder Wertsachen fair unter den Liebsten verteilt werden. Zudem können Familienkonflikte dadurch im Keim erstickt werden. Unsere Rechtsanwälte in der Anwaltskanzlei Anke Knauf stehen Ihnen gerne zur Verfügung, wenn Sie einen solchen Erbvertrag oder ein Testament aufsetzen und hinterlegen möchten.

Wie ist das Erbrecht bei Stiefkindern und weiteren Familienangehörigen – der Rechtsanwalt weiß Rat

Sollten innerhalb Ihrer Familie Unklarheiten bei erbrechtlichen Fragen bestehen, dürfen Sie nicht lange zögern. Suchen Sie gleich einen Rechtsanwalt auf, der sich in diesem Rechtsbereich spezialisiert hat. Die Anwaltskanzlei Anke Knauf aus Leipzig bietet sich hier als Ihr erfahrener Ansprechpartner an. Unsere Mitarbeiter sind Experten im Familienrecht und können Ihnen zugleich bei Fragen zum Erbrecht oder beispielsweise auch im arbeitsrechtlichen Bereich weiterhelfen. Die Erfahrung zeigt, dass das rasche Konsultieren eines Rechtsanwalts besonders bei Streitfragen – wie der Frage nach dem Erbrecht bei Stiefkindern – größere familiäre Konflikte verhindern oder zumindest reduzieren kann. Gerne helfen wir Ihnen daher dabei, den Familienfrieden zu wahren. Wir beraten Sie außergerichtlich und vertreten Sie im Fall eines möglichen Rechtsstreits ebenso vor Gericht. Vereinbaren Sie einfach einen Termin für ein erstes Beratungsgespräch in unserer Kanzlei!