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Pflichtteil für Enkel

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Pflichtteil für Enkel

Das Erbrecht ist ein äußerst komplexes Rechtsgebiet, mit dem im Laufe des Lebens so ziemlich jeder einmal in Kontakt kommt. Schließlich ist die wirtschaftliche Bedeutung immens. Alljährlich werden in Deutschland mehrere Milliarden Euro vererbt. Die Erben treten in alle Rechtspositionen des Erblassers ein, sofern diese nicht höchstpersönlicher Natur sind. Wer Kinder und Enkel hat, muss sich mit der Frage auseinandersetzen, wie das Erbe aufgeteilt werden soll. In diesem Zusammenhang spielt auch der Pflichtteil eine große Rolle. So gibt es etwa einen Pflichtteil für Enkel, der allerdings nicht in jedem Erbfall zum Tragen kommt.

Im Folgenden erfahren Sie, wann Abkömmlinge einen Pflichtteilsanspruch haben und wie hoch der Pflichtteil für Enkel ist. Für eine fundierte, persönliche Rechtsberatung ist die Anwaltskanzlei Anke Knauf in Leipzig der richtige Ansprechpartner. Vereinbaren Sie einen Termin und lassen Sie sich rund um die Themen Erbe und Pflichtteil beraten!

Anwaltskanzlei Anke Knauf


Inhalt:

Was ist der Pflichtteil?
Wann bekommen Enkel einen Pflichtteil?
Wie hoch ist der Pflichtteil für Enkel?
Wie fordere ich den Pflichtteil ein?
Wann erfolgt die Verjährung bei dem Pflichtteil für Enkel?
Was verändert sich bei einer Schenkung?
Wie kann ich den Pflichtteil für Enkel umgehen?


Was ist der Pflichtteil?

Beim Pflichtteil handelt es sich um einen gesetzlichen Anspruch auf ein Mindesterbe. Der Pflichtteilsanspruch ist in § 2303 BGB statuiert. Enge Angehörige können vom Erblasser in der Regel nicht vollständig enterbt werden. Vielmehr steht diesen ein sogenannter Pflichtteil zu. Die Auszahlung des Pflichtteils erfolgt in Geld. Die Pflichtteilsberechtigten bekommen ihr Erbe allerdings nicht automatisch zugeteilt. Vielmehr ist es erforderlich, den Pflichtteil einzufordern.

Wann bekommen Enkel einen Pflichtteil?

Enkel gehören zu den nahen Angehörigen, die grundsätzlich Anspruch auf einen Pflichtteil haben. Dennoch bekommt diesen nicht jeder Enkel. Ob ein Pflichtteilsanspruch vorliegt, hängt von zwei Voraussetzungen ab:

  • Zunächst müssen Enkel Pflichtteilsberechtigte Gem. § 2303 BGB trifft dies auf alle Abkömmlinge des Erblassers zu. Dazu gehören Kinder, Enkel und Urenkel. Der Gesetzgeber macht keinerlei Ausnahme, ob die Abkömmlinge ehelich, unehelich oder adoptiert sind.
  • Im zweiten Schritt bedarf es einer Prüfung der Rangfolge. Das Pflichtteilsrecht legt eine gesetzliche Rangfolge für die Erbschaft fest. Nicht alle Abkömmlinge haben automatisch Anspruch auf einen Pflichtteil. Der Pflichtteil für Enkel kommt erst dann zur Anwendung, wenn der mit dem Erblasser verwandte Elternteil des Enkels – mithin das Kind des Erblassers – bereits verstorben ist. Folglich ist der Pflichtteil für Enkel eher die Ausnahme denn die Regel.

 

Falls Sie Fragen zur Erbfolge haben oder Ihren Pflichtteil einfordern wollen, ist professionelle Unterstützung empfehlenswert. Die Anwaltskanzlei Anke Knauf aus Leipzig bietet Ihnen eine fundierte Beratung, um den Pflichtteil zu berechnen und weitere Fragen zum Pflichtteil für Enkel zu klären.

Wie hoch ist der Pflichtteil für Enkel?

Viele Erblasser und potenzielle Erben stellen sich die Frage, wie hoch der Pflichtteil für Enkel ist. Um dies zu beantworten, bedarf es zunächst der Berechnung der Erbquote, die sich an der gesetzlichen Erbfolge orientiert. Es hängt somit davon ab, wie viele Abkömmlinge des Erblassers Ansprüche am Nachlass geltend machen können. Die Pflichtteilsquote beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils.

Das folgende Beispiel zeigt Ihnen, in welchem Fall ein Pflichtteilsanspruch für Enkel besteht und wie hoch dieser ist:

Der Erblasser hat drei Kinder (A, B und C), von denen eines (C) bereits verstorben ist. A und C haben jeweils ein Kind. Der Erblasser hat somit zwei Enkel. In einem Testament verfügt der Erblasser, dass sein Nachlass unter seinen drei Kindern aufgeteilt werden soll. Die Enkel werden enterbt.

Da C bereits verstorben ist und dessen Kind enterbt wurde, wird die Erbmasse zu gleichen Teilen zwischen A und B aufgeteilt.
Das Kind von A hat keinen Anspruch auf einen Pflichtteil, da sein Elternteil noch lebt.
Das Kind von C hat einen Anspruch auf einen Pflichtteil, da es an Stelle des verstorbenen Elternteils tritt.

 

Um den Pflichtteil zu berechnen, wird der theoretische Wert des Erbes ermittelt, wenn der Enkel nicht enterbt worden wäre:

In diesem Fall würde sich der Enkel an Stelle seines Elternteils das Erbe mit A und B teilen, also 1/3 der Erbmasse erhalten.
Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbanspruchs, also 1/6.
Dem Enkel steht demnach ein Pflichtteil in Höhe von 1/6 der Erbmasse zu.

 

Wie fordere ich den Pflichtteil ein?

Enkel bekommen ihren Pflichtteil nicht automatisch. Vielmehr müssen Sie sich an die Erben wenden, um Ihren Pflichtteil einzufordern. Falls die Erben den Anspruch nicht anerkennen, ist eine Klage erforderlich. Mit der professionellen Unterstützung der Anwaltskanzlei Anke Knauf werden Ihre Interessen bestmöglich vertreten. Unser Fokus liegt auf einer außergerichtlichen Durchsetzung Ihres Anspruchs. Selbstverständlich gehen wir notfalls gemeinsam vor Gericht.

Wann erfolgt die Verjährung bei dem Pflichtteil für Enkel?

Die gesetzliche Verjährungsfrist für den Pflichtteil beträgt drei Jahre. Entscheidend für den Fristbeginn bei der Verjährung des Pflichtteils für Enkel ist jedoch nicht der Tod des Erblassers. Vielmehr ist entscheidend, wann der Enkel von dem Erbfall erfährt. Die Frist beginnt am Ende des Jahres nach Kenntnis über den Erbfall. Eine Ausnahme gilt für Todesfälle, die mehr als 30 Jahre zurückliegen. In diesem Fall können Sie keinen Pflichtteilsanspruch mehr geltend machen – ganz gleich, wann Sie Kenntnis erlangt haben.

Was verändert sich bei einer Schenkung?

Bei einer Schenkung zu Lebzeiten wird das Vermögen des Erblassers geringer. Allerdings sollten Sie immer beachten, dass der Gesetzgeber derartige Umgehungsstrategien berücksichtigt hat. Folglich gibt es den sogenannten Pflichtteilsergänzungsanspruch, der die Schenkung beim Pflichtteil für Enkel berücksichtigt. Dabei fließt der Wert der Schenkung in die Erbmasse ein. Wichtig ist hierbei der Zeitpunkt der Schenkung: Im Jahr vor dem Tod des Erblassers wird der gesamte Wert der Schenkung berücksichtigt, mit jedem weiteren zurückliegenden Jahr verringert sich der Wert um 10 %. Schenkungen, die mehr als 10 Jahre zurückliegen, werden dementsprechend nicht mehr eingerechnet.

Wie kann ich den Pflichtteil für Enkel umgehen?

Die Schenkung ist eine Option, um den Pflichtteil für Enkel rechtssicher umgehen zu können. Allerdings müssen Sie dabei, wie oben beschrieben, den Zeitpunkt beachten. Eine andere Möglichkeit ist der sogenannte Pflichtteilsverzicht. Mit einer Abfindungszahlung zu Lebzeiten erklärt der Enkel seinen Verzicht auf die spätere Geltendmachung des Pflichtteils. Die Schenkung an Enkel und der Pflichtteil stehen somit in einer engen Verbindung.

Pflichtteil für Enkel: Jetzt Beratungstermin vereinbaren

An der Konsultation eines Rechtsanwalts führt in vielen Situationen rund um den Pflichtteil für Enkel kein Weg vorbei. Die Anwaltskanzlei Anke Knauf ist Ihr erfahrener Ansprechpartner, wenn es um das Erbrecht geht. Gerne können wir Ihren Pflichtteil berechnen, ein Testament prüfen oder den Pflichtteil einfordern. Selbstverständlich kann Ihr Anwalt für Erbrecht auch die Pflichtteils-Verjährung für Enkel prüfen oder die Auswirkungen einer Schenkung an Enkel auf den Pflichtteil darlegen. Bei einer persönlichen Beratung schauen wir uns Ihre individuelle Situation an. Unsere Anwaltskanzlei steht Ihnen zur Seite, um Ihre Interessen gerichtlich und außergerichtlich bestmöglich zu vertreten. Zögern Sie nicht und vereinbaren Sie einen Termin für eine persönliche Beratung.

Anwaltskanzlei Anke Knauf

Pflichtteil für Kinder

By | Erbrecht

Pflichtteil für Kinder

Mit dem Erbrecht kommen die meisten Menschen unweigerlich Zeit ihres Lebens in Kontakt – sei es die Erstellung des eigenen Testaments oder eine Erbschaft. Häufig wollen Erblasser den Ehegatten als Alleinerben benennen. Doch einer vollständigen Enterbung der Kinder steht der Pflichtteilsanspruch entgegen. Pflichtteilsberechtigte haben ggf. einen Anspruch auf einen Teil des Erbes. Im Folgenden erläutern wir, wie hoch der Pflichtteil für Kinder ist und wann ein Verzicht auf diesen Pflichtteil möglich ist.

Bei Fragen zu dem Thema sollten Sie Rücksprache mit einem erfahrenen Anwalt für Erbrecht halten. In Leipzig ist die Anwaltskanzlei Anke Knauf der richtige Ansprechpartner für Fragen zur Erbfolge oder zu dem Pflichtteil für Kinder.

Anwaltskanzlei Anke Knauf


Inhalt:

Wie können Erblasser einen Angehörigen enterben?
Was ist der Pflichtteil für Kinder?
Wer hat Anspruch auf den Pflichtteil?
Wie hoch ist der Pflichtteil für Kinder?
Wie berechne ich den Pflichtteil?
Wie hoch ist der Pflichtteil bei Enterbung?
Wie kann ich den Pflichtteil für Kinder einfordern?
Wann kann ich den Pflichtteil einfordern?
Was muss ich bei der Verjährung des Pflichtteilsanspruchs beachten?
Gibt es einen Pflichtteil für Kinder aus erster Ehe?
Gibt es einen Pflichtteil für Stiefkinder?
Was ist die Strafklausel beim Pflichtteil?
Kann ich auf den Pflichtteil verzichten?
Kann ich Kindern den Pflichtteil entziehen?
Wann bekomme ich mehr als den Pflichtteil?


Wie können Erblasser einen Angehörigen enterben?

In Deutschland herrscht als Ausdruck der Privatautonomie der Grundsatz der Testierfreiheit. Das bedeutet, dass jeder selbst entscheiden kann, wen er als Erben einsetzt. Dementsprechend besteht auch die Möglichkeit, die eigenen Kinder zu enterben. Eine Begründung für den Ausschluss aus der gesetzlichen Erbfolge ist nicht erforderlich. Sofern in dem konkreten Testament ein Erbe – oder mehrere Erben – eingesetzt wird, bedeutet dies, dass niemand anders etwas erben soll.

Dafür wird oft das Berliner Testament genutzt, in dem Ehegatten sich gegenseitig als Alleinerben einsetzen. So erhält der länger lebende Ehepartner das gesamte Vermögen. Erst nach dem Tode beider Ehegatten sollen dann die Kinder das Erbe erlangen. Kinder verlieren den Anspruch auf ihren Pflichtteil beim Berliner Testament grundsätzlich nicht – vielmehr haben sie Ansprüche auf zwei Pflichtteile. Der erste Anspruch tritt mit dem ersten Erbfall ein, der zweite Anspruch mit dem Tode des verbliebenen Elternteils.

Rechtsstreitigkeiten rund um Pflichtteil und Berliner Testament können kompliziert werden. Als Betroffener sollten Sie einen Anwalt kontaktieren, der Ihre Interessen bestmöglich vertritt. Die Anwaltskanzlei Anke Knauf aus Leipzig steht Ihnen hierbei zur Verfügung.

Was ist der Pflichtteil für Kinder?

In Deutschland existiert eine gesetzliche Erbfolge. Bei fehlendem Testament tritt die Erbfolge ein, die sich am Verwandtschaftsgrad der Erben orientiert. Die Aufteilung ist wie folgt:

  • Erben 1. Ordnung: Kinder, Enkel und deren Nachfahren
  • Erben 2. Ordnung: Eltern und Geschwister
  • Erben 3. Ordnung: Großeltern, Tanten, Onkel etc.

Zusätzlich hat der Ehegatte oder eingetragene Lebenspartner gemäß dem gesetzlichen Ehegattenerbrecht Anspruch auf einen Teil der Erbmasse.

Wenn Erblasser ihren Nachlass nicht gemäß der gesetzlichen Erbfolge vermachen lassen möchten, können sie diese durch ein Testament ändern. Der Pflichtteil für Kinder entfaltet erst dann Bedeutung, wenn diese enterbt werden oder der konkrete Erbanteil unter dem jeweiligen Pflichtteil liegt. Sofern Sie ein Testament erstellen, müssen Sie diesen Pflichtteil berücksichtigen.

Wer hat Anspruch auf den Pflichtteil?

In Deutschland existiert für enge Angehörige ein Vermögensschutz. Der gesetzgeberischen Wertung zufolge hat der Erblassen diesen gegenüber eine fürsorgerische Pflicht. Dieser besondere Schutz trifft auf nächste Angehörige zu, die folglich in bestimmten Situationen Anspruch auf einen Pflichtteil haben. Bevor Sie sich die Frage stellen, wie hoch der Pflichtteil bei Enterbung ist, müssen Sie zunächst feststellen, ob Sie zum geschützten Personenkreis zählen.

Dies sind gem. § 2303 BGB die folgenden Personengruppen:

  • Kinder (auch nichteheliche oder adoptierte Kinder)
  • Ehegatten (bei wirksamer Ehe)
  • Partner einer eingetragenen Lebensgemeinschaft
  • Eltern (sofern keine Kinder vorhanden)
  • Enkel und Urenkel (wenn ihre Eltern nicht mehr leben)

 

Wie hoch ist der Pflichtteil für Kinder?

Für eine Berechnung des Pflichtteils stellt sich die Frage, wie viele Pflichtteilsberechtigte es gibt. Dies kann sich von Fall zu Fall unterscheiden. Zudem ist natürlich die Höhe der Erbschaft entscheidend. Je höher das Erbe ist, desto höher wird auch der Pflichtteil sein. Dieser entspricht 50 % des Erbteils nach der gesetzlichen Erbfolge. Wie hoch der Pflichtteil für Kinder ist, kommt somit immer auf den Einzelfall an. Für eine exakte Berechnung empfiehlt sich die Kontaktaufnahme zu einer Anwaltskanzlei. Ein spezialisierter Anwalt für Erbrecht hilft Ihnen dabei, Ihre Erbquote zu bestimmen und Ihren Pflichtteilsanspruch zu bewerten.

Wie berechne ich den Pflichtteil?

Die Berechnung des Pflichtteils erfolgt grundsätzlich in zwei Schritten:

  1. Feststellung der jeweiligen Erbquote
  2. Berechnung des Nachlasses

Der Pflichtteil ist immer die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Je nach Komplexität Ihrer persönlichen Situation spielen unterschiedliche rechtliche Regelungen eine Rolle. Mit einem Beispiel lässt sich die Berechnung veranschaulichen:

Ein verwitweter Ehepartner will eines von drei Kindern enterben. Die Person setzt dementsprechend ein Testament auf, in dem zwei der drei Kinder als Erben eingesetzt werden. Das dritte Kind wird nicht berücksichtigt.

Das Erbe verteilt sich demnach wie folgt:

Grundsätzlich würde jedes der drei Kinder 1/3 der Erbmasse erhalten.
Da ein Kind enterbt wurde, hat dieses nur Anspruch auf den Pflichtteil in Höhe von 50 % des gesetzlichen Erbteils.
Das enterbte Kind kann somit von seinen Geschwistern einen Pflichtteil in Höhe von 1/6 des Nachlasswerts verlangen.
Den Rest der Erbmasse teilen die beiden anderen Kinder zu gleichen Teilen untereinander auf.

 

Nicht immer ist die Berechnung des Pflichtteils der Kinder derart einfach. Gerade im Erbrecht kommt es häufig zu komplizierten Situationen und ein Erbstreit droht. Nehmen Sie daher Kontakt zu einem spezialisierten Anwalt für Erbrecht auf, der Sie bei einem potenziellen Konflikt professionell berät und unterstützt.

Wie hoch ist der Pflichtteil bei Enterbung?

Mit der Erstellung eines Testaments verändert sich die gesetzliche Erbfolge. In der Praxis kommt es häufig vor, dass Erblasser Angehörige wie etwa die Kinder enterben. Wie hoch der Pflichtteil bei einer Enterbung ist, hängt von den konkreten Gegebenheiten ab. Grundsätzlich beläuft sich die Höhe des Pflichtteils bei der Enterbung durch den Erblasser auf die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Im Zweifelsfall hilft eine fundierte Beratung durch einen Anwalt. Wenden Sie sich an uns – gemeinsam können wir Ihren Pflichtteil berechnen.

Wie kann ich den Pflichtteil für Kinder einfordern?

Sofern Kinder einen Pflichtteilsanspruch haben, können sie ihren Anteil einfordern. Dafür ist es erforderlich, sich Informationen über das Erbe einzuholen und die Erben zu kontaktieren. Schließlich hängt es von der Höhe des Nachlasses ab, wie hoch Ihr Pflichtteilsanspruch ist. Sofern die Erben dem Pflichtteilsanspruch nicht nachkommen, bleibt Ihnen nur eine Klage übrig. Als erfahrener Anwalt für Erbrecht geben wir unser Bestmögliches, um Ihre Interessen außergerichtlich durchzusetzen. Im Zweifelsfall kümmern wir uns um die Klage auf den Pflichtteil und vertreten Sie selbstverständlich auch vor Gericht.

Wann kann ich den Pflichtteil einfordern?

Der Pflichtteilsanspruch entsteht erst im Erbfall. Dementsprechend ist für das Einfordern des Pflichtteils der Tod des Erblassers erforderlich. Mit einem Einverständnis des Erblassers können Kinder aber schon zu Lebzeiten den Pflichtteil einfordern. Das Kind erhält den Pflichtteil somit zu Lebzeiten des Erblassers und erklärt anschließend den Verzicht auf den Pflichtteilsanspruch nach dessen Tod. Bei der Gegenleistung handelt es sich um eine Art Abfindung, die sich an der voraussichtlichen Höhe des zukünftigen Pflichtteils orientiert.

Falls Sie Ihren Pflichtteil vor oder nach dem Erbfall einfordern wollen oder über einen Pflichtteils-Verzicht nachdenken, sind wir der richtige Ansprechpartner. Gemeinsam finden wir eine Lösung für Ihre individuelle erbrechtliche Situation.

Was muss ich bei der Verjährung des Pflichtteilsanspruchs beachten?

Wer sich mit dem Pflichtteil für Kinder beschäftigt, sollte auch einen Blick auf die Verjährung des Pflichtteilsanspruchs werfen. Als Pflichtteilsberechtigte können Sie in der Regel nicht erst nach 10 Jahren zu den damaligen Erben kommen, um Ihren Pflichtteil einzufordern. Die gesetzliche Verjährungsfrist beträgt drei Jahre. Fristbeginn ist das Ende des Kalenderjahres, in welchem Sie von dem Erbfall erfahren – üblicherweise auch das Jahr, in dem dieser eintritt. Ausnahmsweise können Sie von einer längeren Frist profitieren, wenn Sie erst zu einem späteren Zeitpunkt von dem Erbfall erfahren. Damit Sie Ihren Anspruch auf den Pflichtteil für Kinder geltend machen können, empfiehlt sich der frühzeitige Kontakt zum Anwalt für Erbrecht.

Gibt es einen Pflichtteil für Kinder aus erster Ehe?

Hat der Erblasser Kinder aus erster Ehe, stellt sich die Frage, ob auch diese Anspruch auf einen Pflichtteil haben. Grundsätzlich unterscheidet das Gesetz nicht zwischen Kindern aus der aktuellen Ehe, einer vorherigen Ehe sowie unehelichen oder adoptierten Kindern. Somit gibt es einen Anspruch auf den Pflichtteil für Kinder aus erster Ehe, uneheliche Kinder und Adoptivkinder.

Sofern der Erblasser einen neuen Ehegatten hat, stellt sich die Situation exemplarisch wie folgt dar:

Der Erblasser hinterlässt seinen Ehepartner, ein Kind aus erster Ehe sowie zwei weitere Kinder aus zweiter Ehe.
Dem Ehegatten stehen laut gesetzlicher Erbfolge 1/2 der Erbmasse zu, die Kinder teilen die andere Hälfte zu gleichen Teilen unter sich auf. Ihnen steht demnach 1/6 des Nachlasses zu.
Der Ehegatte wird als Alleinerbe eingesetzt. Die Kinder haben diesem gegenüber nun einen Pflichtteilsanspruch in Höhe von 50 % des gesetzlichen Erbes.
Die Pflichtteilsquote beläuft sich demnach für jedes Kind auf 1/12 des Nachlasswertes.

 

Das Beispiel zeigt: Beim Pflichtteil für Kinder kommt es nicht darauf an, aus welcher Ehe die Abkömmlinge stammen. Jedes Kind hat den gleichen Pflichtteilsanspruch.

Gibt es einen Pflichtteil für Stiefkinder?

Eine weitere Frage, die beim Thema Pflichtteil oft aufkommt, ist, ob nur leibliche Abkömmlinge einen Pflichtteilsanspruch haben. Das ist nicht der Fall. Pflichtteilsberechtigte müssen nicht zwingend leibliche Abkömmlinge sein – adoptierte Kinder haben ebenfalls einen Pflichtteilsanspruch. Anders sieht dies bei Stiefkindern aus. Aus der juristischen Perspektive sind Stiefkind und Stiefelternteil nicht miteinander verwandt. Aus diesem Grund gibt es keinen Pflichtteil für Stiefkinder. Diese können nur von ihren leiblichen Eltern einen Pflichtteil beanspruchen.

Was ist die Strafklausel beim Pflichtteil?

Bei der Strafklausel beim Pflichtteil handelt es sich um eine Regelung, die im Berliner Testament vorkommt. Mit einem solchen Testament setzt der Erblasser seinen Ehegatten als Alleinerben ein. Dennoch haben die Kinder im Erbfall einen Anspruch auf den Pflichtteil. Mit einer Strafklausel für den Pflichtteil können die Ehepartner verhindern, dass die Kinder den Pflichtteil bereits im ersten Erbfall einfordern. Dies könnte den verwitweten Ehegatten mitunter in finanzielle Probleme bringen. Somit legt die Strafklausel für den Pflichtteil fest, dass dem Erben im zweiten Erbfall kein Pflichtteil zusteht, sofern er diesen beim ersten Erbfall eingefordert hat.

Kann ich auf den Pflichtteil verzichten?

Bei einem Verzicht auf den Pflichtteil handelt es sich um eine eigenständige Erklärung, dass die Pflichtteilsberechtigten ihren gesetzlichen Anspruch nicht geltend machen werden. In der Praxis kommt es meistens in den Fällen zu einem Verzicht, wenn Erblasser zu Lebzeiten eine Abfindung zahlen. Selbstverständlich kann Sie der Gesetzgeber nicht zur Annahme Ihres Pflichtteils zwingen. Somit ist ein Pflichtteils-Verzicht immer möglich.

Kann ich Kindern den Pflichtteil entziehen?

Kinder haben grundsätzlich einen Pflichtteilsanspruch, der in der überwiegenden Anzahl aller Fälle durchsetzbar ist. Ein Entzug des Pflichtteils für Kinder ist schwer möglich. Dafür bedarf es triftiger Gründe im Sinne des § 2333 BGB. Nur bei Vorliegen der strengen Voraussetzungen können Sie Kindern den Pflichtteil entziehen. Zudem bedarf es einer detaillierten Begründung im Testament. Gem. § 2333 I BGB ist dies beispielsweise in den folgenden Situationen möglich:

  • Der Abkömmling trachtet dem Erblasser nach dem Leben.
  • Der Abkömmling hat sich eines schweren Verbrechens schuldig gemacht.
  • Der Abkömmling hat die Unterhaltspflicht böswillig verletzt.

Beim Pflichtteil im Berliner Testament ist der Entzug via Strafklausel möglich, sofern die rechtlichen Voraussetzungen vorliegen. Die Anwaltskanzlei Anke Knauf aus Leipzig ist Ihnen gerne dabei behilflich, ein Berliner Testament mitsamt Strafklausel zu erstellen.

Wann bekomme ich mehr als den Pflichtteil?

Unter Umständen haben Pflichtteilsberechtigte einen Anspruch auf den sogenannten Pflichtteilsergänzungsanspruch. Dies ist dann der Fall, wenn der Erblasser kurz vor seinem Tode sein Vermögen verschenkt hat und dadurch den Pflichtteil für Kinder umgeht. Wenn zwischen Erbfall und Schenkung keine 10 Jahre liegen, haben Kinder Anspruch auf ihren Pflichtteil bzw. den ergänzenden Anspruch. Um den Pflichtteil zu berechnen, kommt es auf den Zeitpunkt der Schenkung an. Im Jahr vor dem Todesfall fließt diese vollständig in den Nachlass ein. Mit jedem weiteren zurückliegenden Jahr reduziert sich die Berücksichtigung um 10 %:

  • ein Jahr vor dem Erbfall: 100 %
  • zwei Jahre vor Erbfall: 90 %
  • drei Jahre vor Erbfall 80 %

 

Bei Fragen zum Pflichtteil für Kinder – vereinbaren Sie einen Beratungstermin

Wenn Sie auf der Suche nach einem erfahrenen Anwalt für Erbrecht sind, ist die Anwaltskanzlei Anke Knauf aus Leipzig der richtige Ansprechpartner. Mit unserem Team unterstützen wir Sie in allen rechtlichen Belangen. Unser Angebot geht weit über die Berechnung des Pflichtteils und Durchsetzung der Pflichtteilsansprüche hinaus. Auch bei weiteren erbrechtlichen Streitigkeiten sind wir Ihnen behilflich und vertreten Sie gerichtlich sowie außergerichtlich.

Wir stehen Ihnen in einem persönlichen Beratungsgespräch zur Verfügung, um über die Erbquote, den Nachlass oder den Pflichtteilsanspruch zu sprechen. Gerne beantworten Ihnen auch die häufigsten Fragen unserer Mandanten:

  • Wie hoch ist der Pflichtteil für Kinder?
  • Wie kann ich meinen Pflichtteil einfordern?
  • Welche rechtlichen Möglichkeiten stehen mir zur Verfügung, um meinen Pflichtteilsanspruch durchzusetzen?
  • Wann tritt die Verjährung vom Pflichtteilsanspruch ein?

 

Vereinbaren Sie schnell und unverbindlich einen persönlichen Termin bei Ihrem Anwalt für Erbrecht aus Leipzig!

Anwaltskanzlei Anke Knauf

Pflichtteil berechnen

By | Erbrecht

Pflichtteil berechnen – Anwaltskanzlei Anke Knauf in Leipzig weiß Rat

Beim Erbrecht handelt es sich um einen wichtigen Bestandteil des Bürgerlichen Rechts. Hiermit kommt im Leben jeder in Kontakt. Die Regelung des eigenen Testaments, das Antreten eines Erbes oder die Durchsetzung erbrechtlicher Ansprüche sind einige Situationen, in denen dieses Rechtsgebiet entscheidend ist. Eine wichtige Rolle spielt dabei der sogenannte Pflichtteil, der engen Verwandten und Ehegatten zusteht. Wir erklären Ihnen, wie Sie den Pflichtteil berechnen und wie Sie Ihre Ansprüche im Streitfall durchsetzen!

Anwaltskanzlei Anke Knauf


Inhalt:

Was ist der Pflichtteil?
Wer ist erbberechtigt und wer hat einen Anspruch auf den Pflichtteil?
Wer hat keinen Anspruch auf den Pflichtteil?
Wie hoch ist der Pflichtteil?
Wie kann man den Pflichtteil berechnen?
Bis wann muss ich den Pflichtteil berechnen, damit der Anspruch nicht verjährt?
Was ist der Pflichtteilsergänzungsanspruch und wie erfolgt die Berechnung?


Was ist der Pflichtteil?

Im Erbrecht sind faire Verhältnisse beim Nachlass nicht immer gewährleistet. Bei einer Enterbung oder der zu geringen Berücksichtigung eines erbberechtigten Verwandten kann es zu rechtlichen Problemen kommen. Die enterbten und unberücksichtigten Personen haben die Möglichkeit, den sogenannten Pflichtteil einzufordern. Dieser steht engen Verwandten und Ehegatten dem gesetzgeberischen Willen nach trotz abweichendem Willen des Erblassers zu. Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Der tatsächliche Wert richtet sich somit nach der Höhe des Nachlasses und der Anzahl der erbberechtigten Personen. Falls Sie Ihren Pflichtteil berechnen wollen, ist die Berücksichtigung verschiedener Aspekte notwendig.

Wenden Sie sich bei Fragen zu dem Thema gerne an uns – wir klären, ob Sie einen Pflichtteilsanspruch haben und helfen Ihnen bei Bedarf bei der Berechnung.

Wer ist erbberechtigt und wer hat einen Anspruch auf den Pflichtteil?

Falls kein Testament oder Erbvertrag vorliegt, hat der Gesetzgeber für eine klare Regelung der Erbfolge gesorgt:

  1. Ordnung: Abkömmlinge des Erblassers und deren Kinder, Ehegatten bzw. eingetragene Lebenspartner
  2. Ordnung: Eltern des Erblassers, Geschwister und deren Kinder
  3. Ordnung: Großeltern, Tanten und Onkel

Stets gilt, dass die Verwandten einer Ordnung nur dann erben, wenn kein Verwandter einer höheren Ordnung vorhanden ist. Innerhalb einer Ordnung erben zunächst immer die dem Erblasser nächsten Verwandten. Das heißt: Kinder vor Enkeln, Eltern vor Geschwistern etc.

Die gesetzliche Erbfolge ist nicht verpflichtend. Vielmehr kann diese durch ein individuelles Testament abgeändert werden. In derartigen Fällen stellt sich die Frage, ob die Familienmitglieder einen Anspruch auf ein Erbe haben – den sogenannten Pflichtteilsanspruch. Pflichtteilsberechtigt sind nur Abkömmlinge, Ehegatten und Eltern des Erblassers. Alle anderen Verwandten haben keinen Pflichtteilsanspruch. Falls Sie zu dem Kreis an Berechtigten gehören, können Sie den Pflichtteil einfordern.

Wer hat keinen Anspruch auf den Pflichtteil?

Ein Pflichtteilanspruch hängt von verschiedenen Voraussetzungen ab. Bevor Sie Ihren Pflichtteil berechnen, stellt sich die Frage, ob Sie überhaupt einen Anspruch darauf haben. Falls Verwandte einer vorhergehenden Ordnung vorhanden sind, gibt es keinen diesbezüglichen Anspruch. Darüber hinaus sind Geschwister, Großeltern, Tanten und Onkel nicht pflichtteilsberechtigt. Ausnahmen gibt es in seltenen Fällen. Fernab von dem Pflichtteilsanspruch können Sie in einem Testament bedacht werden. Der diesbezügliche Anspruch auf das Erbe hat nichts mit dem Pflichtteil gemeinsam.

Wie hoch ist der Pflichtteil?

Die Höhe vom Pflichtteil ist nicht strikt festgelegt. Vielmehr hängt diese davon ab, welches Vermögen der Erblasser hatte. Für die Berechnung des Pflichtteils ist daher zunächst ein Überblick über dieses Vermögen erforderlich. Neben der Erbmasse beeinflussen Schenkungen oder Verträge zu Lebzeiten die Höhe vom Pflichtteil. Bevor Sie den Pflichtteil berechnen, ist eine Offenlegung der Finanzen anderer Erben empfehlenswert. Als erfahrene Anwaltskanzlei unterstützen wir Sie bei der Durchsetzung der Offenlegung. Im Anschluss kümmern wir uns um die Berechnung vom Pflichtteil, dessen Höhe sich auf die Hälfte des gesetzlichen Erbteils beläuft.

Wie kann man den Pflichtteil berechnen?

Falls Sie als Erbe im Testament übergangen wurden oder einen zu geringen Teil bekommen haben, können Sie den Pflichtteil berechnen lassen, wenn Ihnen ein Anspruch darauf zusteht. Wir stehen Ihnen in der Anwaltskanzlei Anke Knauf in Leipzig hierbei unterstützend zur Seite.

Beispiel zur Berechnung

Damit Sie ein besseres Bild vom Pflichtteil und dessen Höhe erhalten, finden Sie im Folgenden ein Rechenbeispiel:

Ein Erblasser hinterlässt zwei Kinder. Die Höhe des Nachlasses beläuft sich auf 200.000 EUR. Im Testament wird nur eines der Kinder berücksichtigt, das zweite wird somit enterbt. Dieses Kind kann nun den Pflichtteil berechnen und seinen Anspruch durchsetzen:

Nachlass = 200.000 EUR
Für jedes Kind beläuft sich der gesetzliche Erbteil auf 50 %
50 % von 200.000 EUR = 100.000 EUR
Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils.
100.000 EUR / 2 = 50.000 EUR
Die Höhe des Pflichtteils beträgt demnach 50.000 EUR.

 

Für die Berechnung vom Pflichtteil sind verschiedene Aspekte entscheidend. Dazu gehören Ihre verwandtschaftliche Beziehung zum Erblasser, das Vorhandensein weiterer Erben sowie die Höhe des Vermögens.

Bis wann muss ich den Pflichtteil berechnen, damit der Anspruch nicht verjährt?

Bei der Anforderung Ihres Pflichtteils sind bestimmte Fristen wichtig. Wenn Sie als Verwandter mit Pflichtteilsanspruch nicht reagieren, wirkt sich dies negativ für Sie aus. Der Pflichtteilsanspruch unterliegt der gesetzlichen Verjährung von drei Jahren. Innerhalb dieser drei Jahre müssen Sie den Pflichtteil einfordern. Andernfalls schließt die Verjährung eine Durchsetzung des Anspruchs aus. Grundsätzlich beginnt die Frist am Ende des Jahres, in welchem der Pflichtteilsanspruch entsteht.

Eine Ausnahme besagt, dass die Verjährung später beginnt, wenn Sie als Erbe nicht vom Tod des Erblassers erfahren. Die Verjährung beginnt mit der Kenntnis vom Tod des Erblassers. Eine 30-Jahre-Frist beschränkt die Anwendbarkeit dieser Ausnahmeregelung. Spätestens nach 30 Jahren ist die Geltendmachung von erbrechtlichen Ansprüchen nicht mehr möglich.

Was ist der Pflichtteilsergänzungsanspruch und wie erfolgt die Berechnung?

Beim Pflichtteilsergänzungsanspruch handelt es sich um die gesetzgeberische Lösung, die Schenkungen des Erblassers zu Lebzeiten berücksichtigt. Wenn der Erblasser Zeit seines Lebens eine Schenkung vornimmt, wird der Nachlass kleiner. Pflichtteilsberechtigte können einen Ausgleich anstreben – den sogenannten Pflichtteilsergänzungsanspruch. Dieser zielt auf einen Ausgleich des Werts ab, der infolge der Schenkung am Pflichtteil verloren geht.

Die Höhe des Anspruchs und dessen Berechnung hängen vom Wert der Schenkungen ab. Relevant sind die Schenkungen, die in den letzten zehn Jahren stattfanden. Für die Berechnung des Anspruchs ist das Abschmelzmodell entscheidend. Je länger eine Schenkung in der Vergangenheit liegt, desto geringer sind die Auswirkungen auf die Anrechnung. Schenkungen im letzten Jahr vor dem Tod werden vollständig angerechnet. Demgegenüber sind es bei Schenkungen vor sechs Jahren 50 % und vor zehn Jahren 10 %.

Die Fachgebiete der Anwaltskanzlei Anke Knauf

Falls Sie erbrechtliche Probleme haben oder Ihren Pflichtteilsanspruch einklagen wollen, stehen wir Ihnen zur Seite. Mit unserer langjährigen Erfahrung kümmern wir uns in Leipzig und ganz Deutschland um Ihre Interessen. Neben dem Erbrecht sind wir in weiteren Rechtsgebieten spezialisiert und helfen Ihnen gerne mit unserer Expertise in folgenden Bereichen:

Pflichtteil berechnen – Unterstützung durch die Anwaltskanzlei Anke Knauf in Leipzig

Wenn es um erbrechtliche Angelegenheiten geht, ist die Anwaltskanzlei Anke Knauf in Leipzig der richtige Ansprechpartner. Wir sind Ihnen gerne behilflich, wenn Sie Ihren Pflichtteil berechnen lassen möchten. Unser Leistungsangebot umfasst zudem die gerichtliche und außergerichtliche Vertretung Ihrer Interessen. In emotional aufgeladenen Bereichen wie dem Erbrecht gehen wir sensibel und bestimmt vor.

Bei einer Enterbung oder der Nichtberücksichtigung im Testament ist ein schnelles Vorgehen zielführend. Vereinbaren Sie daher gleich einen Termin in unserer Anwaltskanzlei. Wir kümmern uns zeitnah um die Berechnung des Pflichtteils, um die Verjährung Ihres Anspruchs zu verhindern.

Anwaltskanzlei Anke Knauf

Testamentsanfechtung

By | Erbrecht

Testamentsanfechtung

Wird ein Testament eröffnet, kann die Überraschung für die Angehörigen ziemlich groß sein. Wer sich aufgrund der gesetzlichen Erbfolge als Erbe wähnte, staunt nicht schlecht, wenn er am Ende nur mit seinem Pflichtteil dasteht. Schnell stellt sich bei den Betroffenen dann die Frage, ob die im Testament getroffenen Entscheidungen den tatsächlichen Willen des Erblassers abbilden? Gibt es Zweifel daran, dass das Testament wirksam errichtet wurde, haben Sie die Möglichkeit der Testamentsanfechtung. Dabei sollten Sie sich von einem Rechtsanwalt für Erbrecht unterstützen lassen. Dieser überprüft für Sie, ob das von Ihnen angezweifelte Testament im Hinblick auf Form, Testierfähigkeit sowie den Einfluss von Drohungen oder Täuschungen bei der Testamentserrichtung angefochten werden kann.

Was bedeutet Testamentsanfechtung genau?

Unter der Anfechtung eines Testaments versteht man gemeinhin einen gerichtlichen oder außergerichtlichen Angriff gegen die Wirksamkeit eines Testaments. Etwas enger gefasst wird der Begriff unter Juristen. Diese verstehen unter der Anfechtung eines Testaments lediglich den Fall, dass eine Anfechtungserklärung für das Angreifen des Testaments notwendig ist. Beachtet werden muss jedoch, dass der Gesetzgeber grundsätzlich den freien Willen des Erblassers schützt. Allein die Tatsache, dass einem vermeintlich Erbberechtigten weniger zugesprochen wird als ursprünglich gedacht, berechtigt noch nicht zur Testamentsanfechtung. Lediglich dann, wenn „irgendwas faul ist“ mit dem Testament, kommt eine Anfechtung in Betracht. Bezüglich der Anfechtung eines Testaments gibt es verschiedene Anknüpfungspunkte, die in Betracht kommen können.

Diese sind:

  • die Überprüfung der formwirksamen Errichtung des Testaments,
  • der Verdacht der Fälschung eines Testaments,
  • die unzulässige Einflussnahme oder sogar Bedrohung durch andere Personen,
  • der Inhalts- sowie Erklärungsirrtum und
  • der Motivirrtum in Bezug auf das Testament.

 

Geprüft werden kann darüber hinaus, ob gesetzliche Verbote oder gar eine Sittenwidrigkeit bei der Anfechtung des Testaments eine Rolle spielen könnten. Ebenfalls kann die Bindung des Erblassers an frühere Erbverträge oder Testamente zur Unwirksamkeit des später errichteten Testaments führen.

Ein erster Schritt, um die Möglichkeiten einer Testamentsanfechtung zu prüfen, ist die Untersuchung der Testierfähigkeit des Erblassers zum Zeitpunkt der Errichtung des Testaments. Denn ein Testament, das durch eine nicht testierfähige Person errichtet wurde, ist unwirksam.

Wann liegt eine Testierunfähigkeit im Erbrecht vor?

In § 2229 Abs. 4 BGB ist die Testierfähigkeit geregelt. Demnach gilt als testierunfähig, wer nicht mehr selbstständig die Bedeutung der von ihm abgegebenen Willenserklärung einsehen und nach dieser handeln kann. Eine krankhafte Störung der Geistestätigkeit, ebenso wie Geistesschwäche oder Bewusstseinsstörungen können die Testierfähigkeit beeinträchtigen. Errichtet werden kann ein Testament im Umkehrschluss dann, wenn eine volljährige Person die für und gegen die letztwillige Verfügung sprechenden Gründe selbstständig abwägen und ein eigenständiges Urteil bilden kann. Der Testierende muss also Zusammenhänge erfassen und eigene Abwägungen vornehmen können.

Eine Testierunfähigkeit kann unter anderem bei Demenz, Psychosen, organisch bedingten psychischen Störungen – zum Beispiel Hirnverletzungen oder einer Epilepsie –, starken Depressionen oder Suchterkrankungen vorliegen.

Wer bereits das 16. Lebensjahr, aber noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet hat, kann lediglich ein notarielles Testament erstellen und beurkunden lassen.

Im Hinblick auf die Beweislast bei der Testierunfähigkeit muss allerdings beachtet werden, dass derjenige, der sich auf die Unwirksamkeit eines Testaments vor Gericht beruft, auch Beweise für diese Testierunfähigkeit zum Zeitpunkt der Testamentserrichtung erbringen muss. Neben Zeugenaussagen aus dem Bekannten- und Verwandtenkreis sind vor allem die Aussagen von Personen, welche den Erblasser zum fraglichen Zeitpunkt medizinisch betreut oder gepflegt haben, von großem Interesse.

Darüber hinaus können Betreuungsakten oder Unterlagen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen unter Umständen als Beweismittel von Ihrem Rechtsanwalt in den Gerichtsprozess mit eingeführt werden.

Wie läuft eine Testamentsanfechtung ab?

Vermutet ein Erb- oder Pflichtteilsberechtigter, dass ein ihn benachteiligendes Testament unwirksam ist, sollte dieser sich an einen Rechtsanwalt für Erbrecht mit Erfahrungen bei der Testamentsanfechtung wenden. Der Rechtsanwalt wird dann zunächst einmal überprüfen, ob überhaupt ein Anfechtungsgrund vorliegt, wie man diesen beweisen kann und ob die betreffende Person dazu berechtigt ist, das Testament anzufechten. Grundsätzlich ist jede Person, für die eine erfolgreiche Testamentsanfechtung vorteilhaft wäre, auch zur Anfechtung berechtigt. Regelmäßig sind dies Erb- und Pflichtteilsberechtigte sowie Ersatzerben, Vorerben oder übergangene Erben.

Des Weiteren muss eine Testamentsanfechtungserklärung aufgesetzt und gegenüber dem richtigen Adressaten erklärt werden. Dies ist in der Regel das zuständige Nachlassgericht, doch auch ein weiterer Anfechtungsgegner kann als Adressat in Betracht kommen. Dies ist beispielsweise bei der Anfechtung eines gemeinschaftlichen Testaments der Fall.

Welche Fristen müssen bei einer Testamentsanfechtung beachtet werden?

Die Anfechtung des Testaments kann nur innerhalb eines Jahres ab Kenntnis über den Anfechtungsgrund vorgenommen werden. Spätestens nach 30 Jahren ist darüber hinaus die Geltendmachung sämtlicher erbrechtlicher Ansprüche nicht mehr möglich. Das schließt selbst solche Fälle ein, in denen der Anfechtende von dem Anfechtungsgrund vorher keine Kenntnisse hatte.

Welche rechtliche Wirkung hat eine Testamentsanfechtung?

Wurde eine letztwillige Verfügung wirksam angefochten, wird diese in der Regel nichtig. Die letzte Erklärung des Erblassers wird also praktisch „beseitigt“. An ihre Stelle tritt jetzt aber nicht der vermutete tatsächliche Wille des Erblassers; vielmehr entfaltet die vorherige letztwillige Verfügung Rechtskraft. In Ermangelung eines anderen Testaments wird die gesetzliche Erbfolge zur Erbenfeststellung herangezogen.

Was ist die Testamentsauslegung in diesem Zusammenhang?

Bevor eine letztwillige Verfügung angefochten wird, wird unter Umständen zunächst eine sogenannte Testamentsauslegung vorgenommen. Diese Auslegung ist immer dann erforderlich, wenn durch den Wortlaut des Testaments keine sicheren Rückschlüsse auf den subjektiven Willen des Erblassers gezogen werden können. Dabei wird der Wortsinn der vom Erblasser benutzten Ausdrücke genauer unter die Lupe genommen, um zu versuchen, seine wahre Bedeutung aufzudecken. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang immer das subjektive Verständnis des Erblassers.

Bei Fragen zur Testamentsanfechtung Rechtsanwalt kontaktieren

Wenn Sie die Wirksamkeit eines Testaments anfechten möchten, sollten Sie immer auf professionelle Hilfe von einem erfahrenen Rechtsanwalt für Erbrecht vertrauen. Das Rechtsgebiet ist komplex, sodass Laien oftmals nicht wissen, wie sie ihre Rechte durchsetzen können. Ein Anwalt kann Sie umfassend zur Testamentsanfechtung und Testierunfähigkeit beraten und Sie gerichtlich und außergerichtlich bei erbrechtlichen Auseinandersetzungen vertreten. Ideal ist es, wenn eine außergerichtliche Lösung für rechtliche Konflikte gefunden wird, in der Praxis kommt es aber häufig vor, dass solche erbrechtlichen Streitigkeiten vor Gericht verhandelt werden.

Wenn Sie sich zum Thema Testamentsanfechtung beraten lassen möchten, wenden Sie sich gleich an die Anwaltskanzlei Anke Knauf in Leipzig. Die Rechtsanwälte stehen Ihnen bei einem persönlichen Beratungstermin gerne zur Verfügung.

Testament schreiben

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Testament schreiben: So geht es richtig

Grundsätzlich reichen ein Stift und ein Blatt Papier, um ein handschriftliches Testament zu verfassen. Ein Notar muss nicht zwingend hinzugezogen werden. Denn neben dem klassischen notariellen Testament erlaubt das Gesetz auch das Verfassen eines privatschriftlichen Testaments. Aber Vorsicht: Geraden Laien können beim Schreiben ihres letzten Willen Fehler unterlaufen. Um unerwünschte Ergebnisse und erbrechtliche Streitigkeiten zu vermeiden, müssen Sie einige wichtige Punkte beachten. Im Folgenden beschreiben wir Ihnen häufige Fehler und liefern wichtige Informationen, wie Sie diese vermeiden können.

Häufige Fehler beim Schreiben Ihres Testaments

Generell gilt: Um Missverständnisse gänzlich auszuschließen, sollten Sie beim Aufsetzten Ihres Testaments einen Anwalt oder Notar zurate ziehen. Die kompetenten Rechtsanwälte der Anwaltskanzlei Anke Knauf beraten Sie gerne ausführlichen zu juristischen Fragestellungen. Kontaktieren Sie uns dazu einfach per Telefon oder Email. Auf dieser Seite finden die darüber hinaus einige grundlegende Tipps zur Orientierung.

Formalia beachten beim Testament schreiben

Die wichtigste Regel beim Aufsetzen eines handschriftlichen Testaments ist, dass dieses komplett schriftlich vom Erblasser selbst geschrieben und unterzeichnet werden muss. Das Testament muss vom ersten bis zum letzten Wort mit der Hand geschrieben werden – kein Computer, keine Schreibmaschine. Eine Unterschrift unter einem ausgedruckten Text reicht nicht aus, denn nur bei einem vollständig handschriftlich verfassten Testament, kann später die Echtheit nachgewiesen werden. Allerdings können Sie Ihrem Testament eine ausgedruckte Leseabschrift beifügen.

Der nächste Schritt ist die Aufbewahrung des Testaments. Theoretisch können Sie Ihren letzten Willen zu Hause aufbewahren. Allerdings ist das sehr unsicher. Wenn Sie sich trotzdem für diese Variante entscheiden, sollten Sie unbedingt daran denken, Ihren Angehörigen zu sagen, wo sie das Testament finden. Als Hinterbliebener ist es empfehlenswert, auf der Suche nach einem handschriftlichen Testament einen Blick in Schreibtisch, Bankschließfach und Tresor des Verstorbenen werfen. Generell ist es ratsam, das Testament beim zuständigen Amtsgericht zu hinterlegen. Dafür fällt zwar einmalig eine Gebühr von 75 Euro an, sowie 18 Euro für die Registrierung im Zentralen Testamentsregister. Sie können das Testament auch dem Haupterben oder einer anderen Person zur Aufbewahrung geben. Dabei müssen Sie der Person vertrauen können. Schließlich hätte sie die Möglichkeit, das Testament zu unterschlagen.

Richtig schreiben: Elemente des Testaments

Bei einem privatschriftlich verfassten Testament sollten folgende Elemente auf keinen Fall fehlen:

  • Ort und Datum
  • eindeutige Überschrift wie “Testament” oder “Letzter Wille”
  • eindeutige Angaben zu den Erben und deren Erbschaft
  • Unterschrift mit Vor- und Familienname

Die Unterschrift schließt das Testament ab. Deshalb muss sie unter dem letzten Satz des Testaments stehen. Falls Sie im Nachhinein noch Änderungen vornehmen wollen, müssen Sie eine erneute Unterschrift darunter setzten. Eventueller Text unter Ihrer Unterschrift wird nicht mehr berücksichtigt. Auf keinen Fall sollten Sie auf das Datum verzichten. Denn gültig ist die Fassung Ihres letzten Willens, die eindeutig die Aktuellste ist.

Pflichtteil Erbe

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Der Pflichtteil beim Erbe: Rechte hat auch, wer enterbt wurde

In jeder Familie gibt es Streit. Manche Auseinandersetzungen führen allerdings dazu, dass Eltern ihre Kinder enterben wollen. „Du bist enterbt“ sagt sich leicht im Zorn, in der Realität ist es jedoch nicht leicht umzusetzen. Denn auch, wer enterbt wurde, hat ein Anrecht darauf, den Pflichtteil zu erben, selbst wenn kein Kontakt mehr besteht. Außerdem muss die Enterbung im Testament oder Erbvertrag niedergeschrieben werden, zum Beispiel mit der Formulierung „Mein Ehegatte und meine Kinder sollen mich nicht beerben“. Üblicher ist es jedoch, dass Eltern ihre Kinder mit einem sogenannten Berliner Testament enterben. Dabei wird der länger lebende Ehepartner zunächst als Alleinerbe eingesetzt. Grundsätzlich ist jeder Mensch frei in seiner Entscheidung, wen er als Erben einsetzt und wen er enterbt. Niemand muss sich an die gesetzliche Erbfolge halten. Trotzdem gehen die erbberechtigten Familienmitglieder meist nicht leer aus. Nach §2303 BGB steht nahen Angehörigen ein Pflichtteil zu.

Wer hat ein Anrecht auf den Pflichtteil beim Erbe?

Einen Pflichtteilsanspruch haben zum einen die leiblichen und adoptierten Kinder des Erblassers. Falls diese sogenannten Abkömmlinge nicht mehr leben, erben deren Kinder. Darüber hinaus sieht das Erbrecht einen Pflichtteil für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner vor. Bei kinderlosen Ehepaaren können laut Gesetz die Eltern einen Pflichtteil gelten machen. Ein Pflichtteil für Geschwister und Großeltern gibt es nicht.

Wie hoch ist der Pflichtteil der Erben?

Der Pflichtteil einer Erbschaft macht die Hälfte des gesetzlichen Erbteils aus. Um den Pflichtteil berechnen zu können, muss zunächst der Wert des Nachlasses bestimmt werden. Nach Abzug der Nachlassverbindlichkeiten und der Kosten für die Beerdigung wird der Verkehrswert des gesamten Erbes bestimmt. Der Gesamtbetrag wird dann zwischen den Erbberechtigten geteilt. Falls der Erblasser beispielsweise von drei Kindern eines enterbt hat, hat dieses einen Pflichtteilsanspruch auf ein Sechstel des Erbes, da es sonst gedrittelt werden müsste. Um die Quote zu ermitteln, nach der der Nachlass aufgeteilt wird, müssen alle erbberechtigten Verwandten berücksichtigt werden. Das schließt auch Verwandte ein, die nach §2310 BGB von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen sind. Einbezogen werden deshalb auch Angehörige, die das Erbe ausgeschlagen haben und Verwandte, die enterbt oder erbunwürdig sind. Unberücksichtigt bleiben damit lediglich potentielle Erben, die gemäß §2346 BGB vertraglich gegenüber dem Erblasser auf ihr Erbe verzichtet haben. Ist jemand enterbt, so fällt dessen Anteil demjenigen zu, der geerbt hätte, falls der Enterbte im Zeitpunkt des Erbfalls nicht gelebt hätte.

Wie sichert man sich den Pflichtteil des Erbes?

Um seinen Teil des Nachlasses einzufordern, muss der enterbte Angehörige seine Ansprüche gegenüber den Erben geltend machen. Das Nachlassgericht spricht den Pflichtteil nicht automatisch zu. Pflichtteilsansprüche müssen innerhalb von drei Jahren ab dem Zeitpunkt, an dem man von der Enterbung erfahren hat, angemeldet werden. Wenn Sie Ihre Rechte nicht rechtzeitig einfordern, verjähren sie.

Sind Sie enterbt worden oder möchten Sie jemanden enterben? Oder haben Sie weitere Fragen zu Angelegenheiten des Erbrechts? Wenden Sie sich unbedingt an einen Rechtsanwalt für Erbrecht. So können Sie sichergehen, dass Sie richtig vorgehen und das Erbe erhalten, das Ihnen zusteht. Kontaktieren Sie uns noch heute. Unser Team berät Sie gerne!

Erbengemeinschaft

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Erbengemeinschaft

Die sogenannte Erbengemeinschaft ist ein Zusammenschluss mehrerer erbberechtigter Personen, die aufgrund der gesetzlichen Erbfolge oder durch das Testament eines Verstorbenen Anrecht auf einen Teil des Erbes erheben dürfen. Zu diesem Zusammenschluss kommt es im Erbrecht recht häufig, wobei die Erbengemeinschaft dabei helfen soll, Hab und Gut des Erblassers zu verwalten und schließlich auseinanderzusetzen. Das Ganze gestaltet sich in der Praxis aber oft schwieriger als gedacht, denn als Miterbe innerhalb dieser Gemeinschaft ist man an bestimmte Verpflichtungen gebunden und kann nicht alleine über den eigenen Erbanteil bestimmen. Das führt häufig zu Streitigkeiten unter den Erben, was eine Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft verhindern oder zumindest verzögern kann. Ein Anwalt wie der Experte für Familienrecht und Erbrecht Rechtsanwalt Knauf aus Leipzig kann hier Abhilfe schaffen.

Erbengemeinschaft: Was ist das?

Wenn nur eine Person das gesamte Vermächtnis des Erblassers erbt, gilt diese als Alleinerbe. Oft ist es aber so, dass mehrere Personen erbberechtigt sind. Das ist etwa dann der Fall, wenn sowohl der Ehepartner als auch ein Kind bzw. mehrere Kinder noch leben oder wenn weitere Personen in einem Testament bedacht wurden. In diesen Fällen bilden alle Miterben gemeinschaftlich die Erbengemeinschaft. Dabei ist zu beachten, dass die einzelnen Miterben nicht einen Bruchteil des Gesamterbes erwerben, sondern gemeinsam mit allen weiteren Erben am ungeteilten Nachlass berechtigt sind. Diese Gemeinschaft bleibt so lange bestehen, bis der Nachlass vollständig auseinandergesetzt ist.

Wer kann zu einer Erbengemeinschaft gehören?

Wenn kein Testament vorliegt, bestimmt das Erbrecht, wer erbberechtigt ist und wer nicht. Zunächst einmal stehen demnach dem Ehepartner und leiblichen sowie adoptierten Kindern ein Erbanteil zu. Falls der Erblasser weder Ehepartner noch Kinder hatte bzw. diese bereits verstorben sind, treten weitere Verwandte wie Eltern, Enkelkinder oder gar Geschwister als erbberechtigte Personen an deren Stelle. Darüber hinaus hat der Erblasser die Möglichkeit, in einem Testament genau festzulegen, wer neben den pflichtteilsberechtigten Personen ebenfalls als Erbe eingesetzt werden soll. So können beispielsweise auch Lebenspartner ohne Trauschein oder Stiefkinder, die nicht adoptiert wurden, berücksichtigt werden. Jeder, der einen Teil der Erbmasse erhält, zählt dann zu der Erbengemeinschaft.

Erbengemeinschaft auseinandersetzen und Erbe aufteilen

Eine Erbengemeinschaft wird durch die sogenannte Auseinandersetzung beendet. Das heißt, dass das Erbe erfolgreich unter den einzelnen Miterben aufgeteilt wird und jede Person eigens über ihren Anteil verfügen kann. In der Regel wird diese Auseinandersetzung durch die Erben selbst oder gegebenenfalls durch deren Rechtsbeistände geregelt. Zudem hat jeder Miterbe grundsätzlich das Recht, eine sofortige Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft zu verlangen. Dafür müssen keine triftigen rechtlichen Gründe vorliegen.

Die Auseinandersetzung wird üblicherweise über einen entsprechenden Vertrag zwischen den Miterben geregelt. Eher selten kommt das Nachlassgericht zum Einsatz, um die Angelegenheit zu klären und das Erbe abzuschließen. Wie schnell oder wie effektiv eine Auseinandersetzung des Nachlasses erfolgt, hängt daher stark von den Miterben und deren Kooperationsbereitschaft ab. So ist es möglich, manche Erbengemeinschaften sehr schnell aufzulösen, während andere lange bestehen bleiben oder aus individuellen Gründen bestehen bleiben müssen. Ob das notwendig ist, hängt von der jeweiligen Sachlage ab. Aus diesem Grund spielt auch die Verwaltung des Erbes eine wichtige Rolle, während die Gemeinschaft besteht.

Wer verwaltet das Erbe bis zur Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft?

Das Erbe wird bis zur Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft durch alle Miterben gemeinsam verwaltet. Dabei sind alle einzelnen Erben an bestimmte Rechte, aber auch Verpflichtungen gebunden. So ist etwa jeder einzelne Miterbe dazu verpflichtet, sich an einer ordnungsgemäßen Verwaltung des gemeinsamen Erbes zu beteiligen. Tut er dies nicht, kann er im Ernstfall sogar schadensrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.

Das Verwaltungshandeln wird vom Gesetzgeber in diese drei Bereiche unterteilt:

  • Außerordentliche Verwaltung (Maßnahmen im Hinblick auf die wirtschaftliche Bedeutung für das Gesamterbe)
  • Ordnungsgemäße Verwaltung (Maßnahmen, die dem Interesse aller Miterben und dem Nachlass dienen)
  • Notwendige Verwaltung (Not-Maßnahmen, die erforderlich sind, um das Gesamterbe zu schützen)

Wichtig: Solange die Erbengemeinschaft nicht ausgesetzt wurde, wird das Erbe gemeinsam von allen Miterben verwaltet. Einzelne Erben können nur über ihren eigenen Gesamtteil verfügen, nicht aber über einzelne Nachlassgegenstände, die dem Erben nur anteilig zustehen.

Rechte und Pflichten einzelner Erben innerhalb der Gemeinschaft

Grundsätzlich ist es wichtig, dass Sie als Mitglied einer Erbengemeinschaft Ihre Optionen ebenso wie Ihre Verpflichtungen kennen, denen Sie nachkommen müssen, solange die Gemeinschaft besteht. Erfüllen Sie diese Anforderungen nicht, so kann das – wie bereits zuvor erwähnt – mit rechtlichen Konsequenzen verbunden sein. Als Teil der Erbengemeinschaft müssen Sie sich zusätzlich darüber im Klaren sein, dass Sie erst dann vollständig und uneingeschränkt über Ihren Erbanteil verfügen können, wenn die Gemeinschaft auseinandergesetzt wurde.

Streit unter Miterben verhindern und Rechtsanwalt konsultieren

Die Erbengemeinschaft ist ein notwendiges „Übel“, mit dem sich Erben immer dann auseinandersetzen, wenn der Erblasser mehr als nur einen gesetzlichen Erben hat oder womöglich in seinem Testament weitere Familienmitglieder oder auch Freunde und andere Personen berücksichtigt hat. Wenn unterschiedliche Persönlichkeiten mit ebenso unterschiedlichen Interessen und Forderungen aufeinandertreffen, ist es nicht unüblich, dass es schnell zu Streitsituationen und Konflikten kommt. Das ist einer der Gründe, warum die schnelle Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft häufig nicht gelingt. In dem Fall macht es daher durchaus Sinn, zum Beispiel einen Rechtsanwalt für Erbrecht zu konsultieren, um sich auf die Unterstützung durch den Experten zu verlassen. Die Anwaltskanzlei Anke Knauf steht Ihnen in Leipzig für eine Beratung zu diesem Thema zur Verfügung.

Rechtsanwalt für Erbrecht in Leipzig – Anwaltskanzlei Anke Knauf unterstützt Sie bei Rechtsfragen

Sie benötigen Hilfe als Miterbe einer Erbengemeinschaft oder wünschen sich eine kompetente Rechtsberatung bei weiteren Konflikten oder Problemsituationen? Die Anwaltskanzlei Anke Knauf in Leipzig ist auf verschiedene Rechtsbereiche spezialisiert, darunter das Erbrecht. Erfahrene Rechtsanwälte stehen Ihnen zur Seite, um Sie zu den verschiedensten erbrechtlichen Themen beraten und Sie außergerichtlich oder auch vor Gericht zu vertreten. Gerne können Sie einen Termin in unserer Kanzlei vereinbaren, um mit uns in einem persönlichen Gespräch Ihr Anliegen näher zu erläutern. Eine diskrete und sehr professionelle Rechtsberatung ist Ihnen in unserer Kanzlei in jedem Fall sicher.

Erbrecht bei Stiefkindern

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Wie ist das Erbrecht bei Stiefkindern?

Bei erbrechtlichen Streitigkeiten kann es mit dem Familienfrieden schnell vorbei sein. Ist ein nahestehender Verwandter verstorben und hinterlässt Geld oder vergleichbares Vermögen, so fragen sich viele Verwandte, ob sie zu den erbberechtigten Familienmitgliedern zählen. Das sind jene Verwandte, denen laut Erbrecht in jedem Fall ein Teil des Erbes – der sogenannte Pflichtteil – zusteht. Auch dann, wenn Sie im Testament des Verstorbenen enterbt wurden. Das Erbrecht dient außerdem immer dann als Grundlage für die Aufteilung des Erbes, wenn der Verstorbene kein Testament hinterlassen hat. Viele zeigen sich dann überrascht, dass selbst nahestehende Verwandte wie beispielsweise Geschwister nicht automatisch einen Anspruch auf einen Teil des Erbes erheben können. Und wie ist das Erbrecht bei Stiefkindern oder Enkeln sowie Neffen und Nichten? Haben diese ebenfalls Anspruch auf einen Erbanteil?

Wie ist das Erbrecht bei Stiefkindern – Rechtsanwalt Knauf aus Leipzig bei Fragen konsultieren

Sind Sie sich womöglich unsicher, ob Sie als Stiefkind eines Verstorbenen zu den erbberechtigten Verwandten zählen, so kann Ihnen ein klärendes Gespräch mit einem Rechtsanwalt für Erbrecht erste Aufklärung verschaffen. Die Rechtsanwaltskanzlei aus Leipzig Anke Knauf eignet sich dafür ideal, da wir uns bereits seit vielen Jahren mit erbrechtlichen Konflikten befassen und Mandanten diesbezüglich beraten und unterstützen. Auch beim Erben sorgen wir daher für Ihr gutes Recht und helfen Ihnen dabei, Familienkonflikte zu umgehen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Wenn Sie sich also zum Beispiel fragen, wie das Erbrecht bei Stiefkindern ist, vereinbaren Sie einen Beratungstermin: Wir können Ihnen diese Frage beantworten.

Kompliziertes Erbrecht – nicht jedes Familienmitglied erhält einen Pflichtteil

Das Erbrecht klärt recht übersichtlich, welche Angehörigen dem Gesetz nach immer einen anteiligen Anspruch auf das Erbe des Erblassers erheben können. Die Erbfolge klärt zusätzlich, wie das Vermögen des Erblassers unter den Erben verteilt werden muss. Insbesondere Kinder und Ehepartner sind grundsätzlich immer erbberechtigt. Anders verhält es sich hingegen, wenn zum Beispiel Brüder oder Schwestern auf einen Anteil des Erbes hoffen. Denn Geschwister zählen nicht automatisch zu den erbberechtigten Verwandten. Auch bei Stiefkindern, Nichten, Neffen und Enkelkindern gelten gesonderte Regelungen. Aber wie genau ist das Erbrecht bei Stiefkindern und weiteren Verwandten?

Wie ist das Erbrecht bei Stiefkindern und unehelichen Kindern?

In sogenannten Patchwork-Familien wird das Erbrecht spätestens dann ein Thema, wenn ein Elternteil stirbt und die leiblichen Kinder sowie die Stiefkinder des Erblassers Anspruch auf einen Anteil erheben. Hier zeigt sich, dass die leiblichen Kinder auf ihren üblichen Pflichtteil beharren können, während Stiefkinder keinen Anspruch auf einen Teil des Erbes haben. Zumindest nicht, wenn der Verstorbene sie nicht explizit im Testament bedacht oder vor dem Tod adoptiert hat. Nur so erhalten Stiefkinder das Anrecht auf einen Teil des Erbes.

Uneheliche Kinder hingegen sind stets gleichgestellt mit Kindern des Erblassers, die innerhalb einer Ehe geboren wurden. Hier wird somit im Hinblick auf das Erbe nicht zwischen ehelichen und unehelichen Kindern unterschieden, weshalb jeder Abkömmling des Erblassers als gleichgestellter Erbe gilt. Das gilt ebenso für adoptierte Kinder, die mit den leiblichen Kindern des Erblassers bezüglich der Erbfolge identische Rechte genießen.

Erbrecht beim Enkel: Was steht den Enkelkindern zu?

Auch Enkelkinder können erbberechtigt sein, wenn bestimmte familiäre Konstellationen vorliegen, die sie in der Erbfolge begünstigen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn das Kind des Erblassers bereits verstorben ist. So wird dessen Erbanteil automatisch auf dessen Kinder – also die Enkel des Erblassers – übertragen und anteilig zwischen ihnen aufgeteilt. Das gilt übrigens ebenso für Urenkel. Falls sowohl die Kinder als auch die Enkel des Erblassers bereits verstorben sind, wird der gesetzliche Erbanteil automatisch den Urenkeln anteilig übertragen. Der Erbanteil der Enkel berechnet sich in diesen Fällen jedoch nur aus den Anteilen, die die bereits verstorbenen Kinder des Erblassers erhalten hätten, nicht aus der gesamten Erbmasse des Verstorbenen.

Erbrecht bei Neffe und Nichte: Sind auch diese Familienmitglieder im Erbrecht berücksichtigt?

Neffen und Nichten – also die Kinder der Geschwister des Erblassers – gelten grundsätzlich nicht als erbberechtigte Familienmitglieder und können nur dann einen Anteil der Erbmasse erhalten, wenn sie explizit im Testament erwähnt wurden oder besondere Umstände vorliegen, die ihren Erbanspruch stützen. Das ist unter anderem dann der Fall, wenn der Erblasser keine noch lebenden Kinder oder Elternteile sowie Ehegatten hat. Auch die Elternteile der Nichten und Neffen – also Bruder oder Schwester des Erblassers – müssen bereits verstorben sein, damit dieser Erbanspruch tatsächlich in Kraft treten kann. Nichten und Neffen sind daher in der gesetzlichen Erbfolge zwar bedacht, allerdings müssen nahezu sämtliche anderen nahestanden Verwandten bereits verstorben sein, damit ihnen ein Erbanteil tatsächlich zusteht.

Testament oder Erbvertrag schafft Abhilfe bei erbrechtlichen Konflikten

Wer innerhalb der Familie für Aufklärung im Hinblick auf das Erbe sorgen will, macht sich am besten noch zu Lebzeiten Gedanken über einen Erbvertrag oder ein Testament. Dieser letzte Wille ist die beste Lösung, um für eine individuelle Aufteilung des eigenen Vermögens zu sorgen. Auch nicht erbberechtigte Personen können auf diese Art bedacht werden und man stellt sicher, dass Gelder oder Wertsachen fair unter den Liebsten verteilt werden. Zudem können Familienkonflikte dadurch im Keim erstickt werden. Unsere Rechtsanwälte in der Anwaltskanzlei Anke Knauf stehen Ihnen gerne zur Verfügung, wenn Sie einen solchen Erbvertrag oder ein Testament aufsetzen und hinterlegen möchten.

Wie ist das Erbrecht bei Stiefkindern und weiteren Familienangehörigen – der Rechtsanwalt weiß Rat

Sollten innerhalb Ihrer Familie Unklarheiten bei erbrechtlichen Fragen bestehen, dürfen Sie nicht lange zögern. Suchen Sie gleich einen Rechtsanwalt auf, der sich in diesem Rechtsbereich spezialisiert hat. Die Anwaltskanzlei Anke Knauf aus Leipzig bietet sich hier als Ihr erfahrener Ansprechpartner an. Unsere Mitarbeiter sind Experten im Familienrecht und können Ihnen zugleich bei Fragen zum Erbrecht oder beispielsweise auch im arbeitsrechtlichen Bereich weiterhelfen. Die Erfahrung zeigt, dass das rasche Konsultieren eines Rechtsanwalts besonders bei Streitfragen – wie der Frage nach dem Erbrecht bei Stiefkindern – größere familiäre Konflikte verhindern oder zumindest reduzieren kann. Gerne helfen wir Ihnen daher dabei, den Familienfrieden zu wahren. Wir beraten Sie außergerichtlich und vertreten Sie im Fall eines möglichen Rechtsstreits ebenso vor Gericht. Vereinbaren Sie einfach einen Termin für ein erstes Beratungsgespräch in unserer Kanzlei!

Testament

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Testament verfassen: Worauf Sie achten sollten

Eine schwierige Entscheidung im Leben ist die Organisation des Nachlasses. Denn bei Fragen des Erbrechts stehen wichtige Dinge auf dem Spiel: die Absicherung des Partners und der Kinder, die Weitergabe materiellen und immateriellen Vermögens und nicht zuletzt der Familienfrieden. Das lässt es äußert ratsam werden, die Erbfolge sorgfältig zu Lebenszeiten in einem Testament festzulegen. Um sicherzustellen, dass ihr letzter Wille richtig ausgeführt werden kann, gibt es allerdings einige Punkte zu beachten. Sie möchten wissen, wie Sie auf korrekte Art und Weise ihr Testament verfassen? Die wichtigsten Informationen haben unsere qualifizierten Rechtsanwälte in unserer Anwaltskanzlei im Folgenden für Sie zusammengefasst.

Testament verfassen – handschriftlich: So geht’s

Das handschriftliche Testament ist in Deutschland neben dem notariellen Testament die beliebteste Form, seinen letzten Willen zu verfassen. Die Möglichkeit, per Hand sein Testament zu schreiben, steht jedem volljährigen geistig gesunden Menschen offen. Die wichtigste Regel dabei: Das Testament muss grundsätzlich vom Anfang bis zum letzten Buchstaben eigenhändig geschrieben und unterschrieben sein. Möchten Sie also selbstständig Ihr Testament verfassen, haben demnach nicht vor, Ihren letzten Willen von einem Notar aufsetzen und unterschreiben zu lassen? Dann ist es nicht möglich, ein Muster mit Computer oder Schreibmaschine zu erstellen und dieses lediglich zu unterschreiben. Denn die Urheberschaft des Erblassers muss eindeutig nachweisbar sein. Eine kleine Abweichung bezüglich der Eigenhändigkeit des Erblassers ist das gemeinschaftliche Testament bei Eheleuten. Hierbei wird der Text gemeinsam verfasst, indem einer der Partner den letzten Willen handschriftlich niederlegt und unterschreibt.
Der zweite Ehepartner muss lediglich hinzufügen, dass er mit den Anordnungen einverstanden ist und unterzeichnet zum Schluss das Schriftstück ebenfalls. Beachten Sie außerdem, dass das Testament klar unddeutlich formuliert sein muss, sodass keine Missverständnisse entstehen können. Schließlich liegt es in Ihrem Interesse, dass es exakt nach Ihrem Willen ausgeführt werden kann.

Testament aufsetzen: die Kosten gemäß Gebührenordnung

Um Missverständnisse beim Aufsetzen eines Testaments zu vermeiden, kann es ratsam sein, einen Notar oder Anwalt zu konsultieren. Dies verursacht Kosten in Form von Gebühren für den juristischen Beistand. Es lohnt sich sicherlich, juristisch fundierten Rat bei dem Verfassen seines Testaments einzubeziehen, wenn man bedenkt, dass Erbstreitigkeiten vor Gericht sehr teurer sind und zudem den Familienfrieden zerstören. Anwälte und Notare verlangen festgelegte Gebühren nach der so genannten Gebührenordnung. Die Kosten für ein notariell erstelltes Testament richten sich nach ebenfalls festen Vorgaben und sind abhängig vom Wert des Erbes zum Zeitpunkt der Testamentserfassung: Je größer das zu vererbende Vermögen, desto höher werden die Kosten des Notars für das Testament sein. Nachdem Sie dem Notar Ihren letzten Willen vorgetragen haben, kann er Ihnen die Kosten für dieses Testament nennen.

Testament nach dem Verfassen richtig und sicher hinterlegen

Im Zuge der allgemein gültigen Testierfreiheit ist es jedem selbst überlassen, auch über seinen Tod hinaus über sein Hab und Gut zu verfügen. Das heißt, es ist Ihr gutes Recht zu bestimmen, wer Ihr Vermögen und Ihre Immobilien erben soll. Da dies jedoch nicht immer im Sinne der Hinterbliebenen ist, fürchten manche Erblasser, dass Ihr Testament unterschlagen werden könnte. Um sicherzugehen, dass die Verfügung von Todes wegen im Erbfall nicht nur gefunden, sondern auch eingesetzt wird, ist die öffentliche Hinterlegung des Testaments die beste Möglichkeit. Während ein öffentliches Testament stets amtlich aufbewahrt wird, findet eine solche Hinterlegung bei einem eigenhändigen Testament nicht automatisch statt. Solche Erblasser, die Ihre letztwillige Verfügung amtlich verwahren lassen möchten, sollten sich zunächst informieren, welches Nachlassgericht in ihrem Fall zuständig ist. Das Nachlassgericht ist eine separate Abteilung des Amtsgerichts. Zuständig ist das Gericht, in dessen Einzugsgebiet der Erblasser zuletzt gemeldet war.

Testament verfassen und erbrechtliche Auseinandersetzungen verhindern

Wie bereits kurz angedeutet, kann das Testament als Absicherung gegen familienrechtliche Streitigkeiten gelten kann. Liegt nämlich kein eindeutiges Testament vor, so kommt es nicht selten zu Konflikten zwischen erbberechtigten Parteien wie Ehegatten, Kindern oder weiteren Verwandten. Ein Erblasser, der ein rechtlich eindeutiges Testament verfassen und hinterlegen lässt, sorgt hingegen dafür, dass es erst gar nicht so weit kommt und bewirkt zur gleichen Zeit, dass das das eigene Vermögen auf genau die Art und Weise aufgeteilt wird, wie er es sich selbst zu Lebzeiten gewünscht hat.

Individuelle Wünsche der Nachlassverteilung im letzten Willen festlegen

Ein Testament ist darüber hinaus besonders dann hilfreich, wenn man beim Aufsetzen besondere Regelungen durchsetzen möchte, die im eigenen Interesse sind. Auch unangenehme, von der üblichen Vorgehensweise abweichende Themen wie zum Beispiel die Enterbung von Kindern oder Ehegatten können hier zum Tragen kommen und sind ein häufiger Grund, warum über das Verfassen eines solchen Dokuments in besonderem Maße nachgedacht wird. Welche Optionen einem rechtlich dabei offenstehen, kann mit einem Rechtsanwalt oder Notar im Rahmen einer Beratung zum Testament näher beleuchtet werden. Dies kann auch dann hilfreich sein, wenn man individuelle Erben bestimmen möchte, mit denen man nicht verwandt ist, oder wenn man mit seinem Vermögen gezielt Organisationen oder Vereine unterstützen will.

Zweckmäßigkeit und Kosten für das Testament abwägen

Wie bereits zuvor erwähnt, ist es nicht zwangsläufig nötig, einen Notar hinzuziehen, wenn Sie ein Testament verfassen und aufsetzen möchten. Wer hier richtig vorgeht, kann es auch ohne Rechtsbeistand zu Papier bringen und auf seine Rechtsgültigkeit vertrauen. Insbesondere, wenn es um ein größeres Vermögen geht, macht es jedoch Sinn, es von Experten verfassen und beglaubigen zu lassen, um mögliche Konflikte zwischen den erbberechtigten Parteien zu umgehen. Zudem sorgt man hier für Absicherung dagegen, dass der letzte Wille womöglich aufgrund von Formfehlern verworfen wird und keine Beachtung findet. Es gilt daher abzuwägen, ob es sich nicht doch rentiert, einen Anwalt bzw. Notar beim Testament Aufsetzen und Hinterlegen zu Rate zu ziehen.

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Testament verfassen mit der Hilfe eines Rechtsbeistands

Unsere Rechtsanwaltskanzlei in Leipzig hilft Ihnen gerne weiter, wenn Sie Fragen in Bezug auf das Testament oder auch hinsichtlich der Gebührenordnung für ein Testament haben. Die letztwillige Verfügung ist ein Vermächtnis und ermöglicht es Ihnen, selbst im Todesfall, die volle Kontrolle über Ihr Vermögen zu bewahren und etwas Bleibendes ganz in Ihrem eigenen Sinne zu hinterlassen. Es gibt somit viele Gründe, sich beraten zu lassen, wenn ein Testament verfassen möchten. Wenden Sie sich an unsere Kanzlei für familienrechtliche Angelegenheiten – wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Erbschein

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Beantragung des Erbscheins: So beweisen Sie ihre Erbenstellung

Nach dem Tod eines nahen Angehörigen müssen die Hinterbliebenen nicht nur ihre Trauer bewältigen, sie müssen sich meist auch um den Nachlass kümmern. Die Erbenfolge ist den Verwandten und sonstigen Erbberechtigten meist bekannt, allerdings wollen Bank und Behörden oft einen entsprechenden Nachweis sehen. Hier kommt der Erbschein ins Spiel. Er dient als Nachweis darüber, wer Erbe ist und wie groß sein Erbanteil ist. Für die Erstellung von Erbscheinen nach § 2353 BGB ist das Nachlassgericht zuständig. Das bedeutet, Sie müssen sich grundsätzlich in Angelegenheiten des Erbrechts an das Amtsgericht am letzten Wohnsitz des Verstorbenen wenden. Eine Ausnahme bildet dabei Baden-Württemberg: Hier sind die staatlichen Notariate als Nachlassgerichte für die Erstellung von Erbscheinen zuständig. Der Erbschein ist keine Voraussetzung dafür, das Erbe zu erhalten, sondern dient im Rechtverkehr als Beweis für das Erbe. Deshalb wird ein Erbschein erforderlich, wenn der Erbe sich als solcher ausweisen muss, um über den Nachlass zu verfügen. Oft kommt der Erbe an einzelne Nachlassgegenstände nicht heran, solange er keinen Erbschein vorweisen kann. Möchten Sie einen Erbschein beantragen? Beachten Sie unbedingt, dass Sie mit dem Erbscheinantrag die Erbschaft annehmen, die eventuell auch Schulden beinhaltet. Sie können das Erbe dann nicht mehr ausschlagen.

So beantragen Sie einen Erbschein

Das Nachlassgericht erstellt einen Erbschein nur, wenn Sie ihn als Erben beantragen. Ein solcher Antrag kann nicht von Pflichtteilsberechtigten oder Vermächtnisnehmern gestellt werden. Sie können den Antrag beim zuständigen Amtsgericht schriftlich einreichen, oder dort mündlich erklären. Bei letzterem Verfahren wird nach §25 FamFG ein Protokoll erstellt. Alternativ können Sie sich an einen Notar wenden, der alle nötigen Schritte veranlasst, oder sich von fachkundigen Rechtsanwälten zum Prozedere beraten lassen. Beim Antrag auf einen Erbschein gilt das Prinzip: Grundsätzlich ist jeder Erbe antragsberechtigt. Das bedeutet, wenn mehrere Personen erben, muss kein gemeinsamer Antrag gestellt werden. Allerdings muss Ihr Antrag die Erben korrekt nennen – egal, ob sie aufgrund von gesetzlicher Erbfolge oder durch ein Testament oder Erbvertrag Erben werden. Darüber hinaus ist anzugeben, in welchem Verhältnis sie zueinander erben.

Erbschein beantragen: So beweisen Sie die Erbenfolge

Falls der Verstorbene kein Testament erstellt hat, müssen Sie als Erbe Dokumente vorlegen, aus denen sich Ihre Stellung als Erbe ergibt:

  • Als Ehemann oder Ehefrau des Verstorbenen ist die Heiratsurkunde erforderlich.
  • Als Kind des Verstorbenen müssen sie Ihre Geburtsurkunde vorlegen.
  • Sind die Kinder bereits verstorben, sodass das Erbe an die Enkelkinder geht, sind deren Sterbeurkunden sowie die Geburtsurkunden der Enkelkinder als Nachweis des Erbrechts notwendig.
  • Erben die Eltern, weil der Erblasser keine Kinder hinterlässt, so ist seine Geburtsurkunde dem Nachlassgericht vorzulegen. Sind in diesem Fall die Eltern bereits verstorben, erben die Geschwister. Das macht das Vorlegen der Sterbeurkunden der Eltern und der Geburtsurkunden der Geschwister erforderlich.

In unkomplizierten Fällen reicht es, allein die Unterlagen im Original oder in beglaubigter Abschrift vorzulegen. Das Nachlassgericht überprüft dann die Angaben, auf denen der Antragssteller sein Erbrecht zu stützen versucht. Hat der Verstorbene ein Testament erstellt, so prüft das Gericht dessen formelle Gültigkeit. Der Antragssteller muss vor dem zuständigen Nachlassgericht meist versichern, dass ihm nichts bekannt sei, was der Richtigkeit seiner Angaben entgegensteht. Zudem müssen Sie sich als Antragssteller mit Personalausweis oder Reisepass ausweisen können.